AFP

Nord-Stream-Sabotage: Zweites Schiff wirft Fragen auf

Wenige Wochen vor den Explosionen der Nord-Stream-Gaspipelines im vergangenen September befand sich ein griechischer Tanker in unmittelbarer Nähe zur Unglücksstelle - sieben Tage lang.

Das geht aus einem Bericht von "Business Insider" hervor. Die griechische "Minerva Julie", ein 183 Meter langer Tanker unter griechischer Flagge, verbrachte sieben Tage in nächster Nähe der späteren Unglücksstelle.

Der Analyst Oliver Alexander lieferte auf Twitter weitere Details zur Route des Schiffs. So kreuzte es tagelang rund um die Stellen, an denen wenige Wochen später die Pipelines gesprengt wurden.

Diese Daten sind keinerlei Beweis für eine Beteiligung an der Sabotage der Pipelines. Der Tanker wäre auch eine unwahrscheinliche Wahl für eine verdeckte Sabotage-Aktion. Schiffe dieser Größe sind mit Peilsendern ausgestattet, die permanent ihre Position bekannt geben. 

Durchsuchung auf anderem Schiff

Für die deutschen Behörden steht ohnehin ein anderes Schiff im Fokus der Ermittlungen. Die Sprengsätze sollen auf einer 15 Meter langen Segeljacht namens "Andromeda" transportiert worden sein.

Die mutmaßlichen Täter dürften laut Medienberichten mit gefälschten Papieren das Boot bei einer Charterfirma in Deutschland gemietet haben. Wie der "Spiegel" berichtete, ließ das Bundeskriminalamt (BKA) das Schiff im Jänner durchsuchen.

Zweites Schiff als Zeuge?

Die lange Pause des griechischen Tankers sei laut Experten nicht ungewöhnlich - auch wenn Ort und Zeitpunkt des Zwischenstopps "zu viel des Zufalls" seien, wie es Oliver Alexander ausdrückt. 

Eine Sprecherin der Gesellschaft "Minerva Marine" - der Besitzerfirma des griechischen Tankers - teilte dem "Business Insider" mit, dass das Schiff "in Erwartung von Anweisungen für die nächste Route" in Übereinstimmung mit der "üblichen Schifffahrtspraxis" angehalten habe.

Durch diesen möglichen Zufall könnte es jetzt aber auch Zeugen geben. Unklar ist, ob die "Julie" mit der Segeljacht in Kontakt gekommen ist, die mutmaßlich die Sprengsätze platziert hat. Bisher gibt es auch keine Informationen, dass die Ermittler den griechischen Tanker auch ins Visier genommen hätten.

ribbon Zusammenfassung
  • Wenige Wochen vor den Explosionen der Nord-Stream-Gaspipelines im vergangenen September befand sich ein griechischer Tanker in unmittelbarer Nähe zur Unglücksstelle - sieben Tage lang.
  • Die griechische "Minerva Julie", ein 183 Meter langer Tanker unter griechischer Flagge, verbrachte sieben Tage in nächster Nähe der späteren Unglücksstelle.
  • Diese Daten sind keinerlei Beweis für eine Beteiligung an der Sabotage der Pipelines.
  • Durch diesen möglichen Zufall könnte es jetzt aber auch Zeugen zur Sabotage der Pipeline geben.