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Neukaledonien stimmt gegen Unabhängigkeit von Frankreich

Das französische Überseegebiet Neukaledonien hat erneut gegen die Unabhängigkeit von Frankreich gestimmt. Im dritten und vorerst letzten Referendum zur Selbstbestimmung am Sonntag entfielen dem vorläufigen Endergebnis zufolge 96,5 Prozent der Stimmen auf einen Verbleib bei Frankreich, wie der Sender La1ère Nouvelle Calédonie berichtete.

Im dritten und vorerst letzten Referendum zur Selbstbestimmung am Sonntag entfielen dem vorläufigen Endergebnis zufolge 96,5 Prozent der Stimmen auf einen Verbleib bei Frankreich, wie der Sender La1ère Nouvelle Calédonie berichtete.

Die Wahlbeteiligung auf dem Archipel im Südpazifik ist demnach deutlich eingebrochen und lag bei nur knapp 44 Prozent. Bei den vorherigen Abstimmungen 2018 und 2020 war sie je über 80 Prozent gelegen. Wahlberechtigt waren etwa 185.000 Menschen. Separatisten hatten vor der Wahl zum Boykott aufgerufen. Neukaledonien war früher eine französische Kolonie, genießt jedoch heute weitreichende Autonomie.

Separatisten wollten verschieben

Zuvor hatten vor allem Unabhängigkeitsbefürworter den von Frankreich verkündeten Zeitpunkt der Abstimmung scharf kritisiert. Separatisten befürchteten Einschränkungen der Wahlgleichheit und der Meinungsfreiheit angesichts der zeitlichen Nähe zu den Präsidentschaftswahlen in Frankreich im kommenden April. Auch wegen der Corona-Pandemie drangen sie auf eine Verschiebung. Der angerufene Staatsrat wies die Bitte aber zurück. Viele Kritiker hatten deshalb zu einem Boykott der Wahl aufgerufen.

Der Ausgang der bisherigen Abstimmungen bedeutete vor allem für die Bevölkerungsgruppe der Kanaken - Neukaledoniens melanesische Ureinwohner - eine Enttäuschung. Von ihnen hoffen viele schon lange auf einen eigenen Staat.

ribbon Zusammenfassung
  • Im dritten und vorerst letzten Referendum zur Selbstbestimmung am Sonntag entfielen dem vorläufigen Endergebnis zufolge 96,5 Prozent der Stimmen auf einen Verbleib bei Frankreich, wie der Sender La1ère Nouvelle Calédonie berichtete.
  • Die Wahlbeteiligung auf dem Archipel im Südpazifik ist demnach deutlich eingebrochen und lag bei nur knapp 44 Prozent.
  • Bei den vorherigen Abstimmungen 2018 und 2020 war sie je über 80 Prozent gelegen.