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Neujahrsmesse: Papst Franziskus betete für Benedikt XVI.

01. Jan. 2023 · Lesedauer 4 min

Papst Franziskus hat am Sonntag bei der Neujahrsmesse im Petersdom für seinen am Samstag verstorbenen Vorgänger Benedikt XVI. gebetet.

"Heute vertrauen wir der Muttergottes unseren geliebten emeritierten Papst Benedikt XVI. an, damit sie ihn auf seinem Weg von dieser Welt zu Gott begleitet", nahm Franziskus beim Gottesdienst anlässlich des Welttages des Friedens auf den Tod des emeritierten Papstes Bezug. 

Emeritierter Papst Benedikt XVI. gestorben

Am 1. Jänner wird der Weltfriedenstag der katholischen Kirche begangen. Dieser steht 2023 unter dem Motto: "Niemand kann sich allein retten. Nach Covid-19 neu beginnen, um gemeinsam Wege des Friedens zu erkunden".

Beim Angelus-Gebet richtete Franziskus vor den auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen einen Friedensappell. "Indem wir heute den Weltfriedenstag feiern, werden wir uns wieder der Verantwortung bewusst, die uns für den Aufbau der Zukunft anvertraut wurde", sagte Papst Franziskus. "Angesichts der persönlichen und sozialen Krisen, die wir erleben, angesichts der Tragödie des Krieges, sind wir aufgerufen, uns den Herausforderungen unserer Welt mit Verantwortung und Mitgefühl zu stellen. Und wir können dies tun, wenn wir füreinander sorgen und wenn wir uns alle gemeinsam um unser gemeinsames Haus kümmern", fügte der Papst hinzu.

Gebet für Kinder im Krieg

In seiner Predigt am Sonntag ging Franziskus besonders auf die Leidtragenden von Kriegen ein. "Bitten wir die Mutter Gottes in besonderer Weise für die Kinder, die leiden und nicht mehr die Kraft zum Beten haben, für die vielen Brüder und Schwestern, die in weiten Teilen der Welt von Krieg betroffen sind", sagte der 86 Jahre alte Argentinier. Die Menschen hätten die Festtage in Dunkelheit und Angst inmitten von Gewalt und Gleichgültigkeit verlebt.

Als guten Vorsatz für das neue Jahr empfahl Franziskus, nicht faul und gleichgültig auf die Weltgeschehnisse zu blicken, sondern Gutes zu tun und "sich die Hände schmutzig zu machen". Man könne nicht still sitzen und bequem darauf warten, dass die Dinge besser würden.

"Zu Beginn des Jahres, inmitten der vielen neuen Dinge, die wir erleben möchten, und der vielen Dinge, die wir tun möchten, lasst uns einige Zeit dem 'Sehen' widmen, das heißt, unsere Augen zu öffnen und sie für das offen zu halten, was zählt: für Gott und für die anderen", sagte Papst Franziskus bei der Messe zum Hochfest der Muttergottes Maria.

"Wie oft haben wir in der Eile keine Zeit, auch nur eine Minute in der Gesellschaft des Herrn innezuhalten, um sein Wort zu hören, zu beten, anzubeten, zu loben ...", stellte der Papst fest und bat für Frieden in der Welt.

Papst Benedikt ab Montag aufgebahrt

Der Leichnam Benedikts soll ab Montag früh im Petersdom in Rom aufgebahrt werden, damit die Gläubigen von ihm Abschied nehmen können. Der Trauergottesdienst für Benedikt findet am 5. Jänner auf dem Petersplatz statt und wird vom amtierenden Papst Franziskus geleitet - ein in der Geschichte der katholischen Kirche beispielloser Vorgang, der durch den Rücktritt Benedikts zustande kam.

Papst Franziskus war der erste, der am Samstag im Kloster Mater Ecclesiae im Vatikan eintraf, nachdem er die Nachricht vom Tod Benedikts XVI. von seinem Sekretär Monsignore Georg Gänswein erhalten hatte. Der Sprecher des Vatikans, Matteo Bruni, teilte Journalisten mit, dass Franziskus anschließend eine Gebetszeit im Kloster abhielt.

In der Zwischenzeit finden im Kloster Mater Ecclesiae in diesen Stunden einige Privatbesuche statt. Der Leichnam Joseph Ratzingers wird am Montag ab 9 Uhr in der Vatikanbasilika öffentlich den Gläubigen gezeigt wird. Die Überführung des Leichnams aus dem Kloster Mater Ecclesiae in den Petersdom wird am Montag nicht in der Öffentlichkeit erfolgen. Die Gläubigen werden den Leichnam direkt in der Basilika sehen können. Der Trauergottesdienst für Benedikt findet am 5. Jänner auf dem Petersplatz statt und wird vom amtierenden Papst Franziskus geleitet - ein in der Geschichte der katholischen Kirche beispielloser Vorgang, der durch den Rücktritt Benedikts zustande kam.

Quelle: Agenturen