Neue Corona-Groß-Demo erwartet - Polizei empfiehlt Innenstadt zu meiden

20. März 2021 · Lesedauer 2 min

Corona-Leugner, Impf-Gegner, aber auch Asyl-Befürworter: Für Samstag sind mehr als 100 Kundgebungen in Wien angemeldet. Die Ersten starten bereits um 13 Uhr. Die Polizei empfiehlt die Innenstadt zu meiden.

Die Situation ist unübersichtlich und für die Polizei schwierig, wenn am heutigen Samstag über 100 Demos stattfinden werden. Neun Demos wurden schon im Vorhinein verboten, weil befürchtet wird, dass Sicherheitsabstand und Masken-Pflicht nicht eingehalten werden. Wo und wann die Demonstrationen genau stattfinden, bleibt vorerst aber im Dunkeln. Die Teilnehmer sollen nämlich erst kurz vor Beginn der Protestaktionen über Chatgruppen informiert werden, wo man sich versammeln will.

Die ersten Informationen zu den Demonstrationen sind bereits veröffentlicht worden. Die Demonstrationen gegen die Coronavirus-Maßnahmen beispielsweise sollen um 13 Uhr in der Wiener Innenstadt starten. Aber nicht  nur gegen die Corona-Maßnahmen wird demonstriert. Auch die Plattform für eine menschliche Asylpolitik, das antirassistische Black Voices Volksbegehren sowie die Initiativen „#jugendstehtauf“ und Schulen gegen Abschiebungen haben zu einer Großdemo am aufgerufen. Diese Kundgebungen starten um 14 Uhr am Karlsplatz. 

Keine FPÖ Kundgebung geplant

Auch der freiheitliche Klubobmann Herbert Kickl hatte dabei zwei rhetorische Auftritte, mehrere Abgeordnete seiner Partei begleiteten ihn dabei, in den Tagen danach kam es zu Schuldzuweisungen zwischen der FPÖ und dem Innenminister, die sich gegenseitig vorwarfen, die Eskalationen ausgelöst zu haben. Diesmal sind seitens der FPÖ keine Aktivitäten geplant, hieß es auf Nachfrage. Kickl wird auch selbst an keiner Kundgebung teilnehmen. 

"Sehr schwierige" Lage für Polizei

Seitens des Innenministeriums wurde am Freitag eine "sehr schwierige" Lage für Polizei, aber auch Unbeteiligte prognostiziert. Im gesamten innerstädtischen Bereich müsse mit Versammlungen und Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. Rund 1.000 bis 2.000 Exekutivbeamte werden im Einsatz sein.

Polizeipräsident Gerhard Pürstl appellierte an die Bevölkerung angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen, untersagten Großveranstaltungen fernzubleiben. Wer in die Innenstadt will, sollte die öffentlichen Verkehrsmittel benützen, wird empfohlen. Auch dort soll es zu Kontrollen bezüglich der Maskenpflicht kommen.

Seit Dezember 885 Corona-Versammlungen

Seit 26. Dezember des Vorjahres hat es laut Innenministerium bereits 885 Versammlungen zum Thema Corona gegeben. Zwölf Beamte und fünf Demonstranten wurden dabei verletzt. Fast 10.800 Anzeigen wurden erstattet, 215 mal kam es zu Festnahmen. Auch für den Samstag wird konsequentes Einschreiten seitens der Polizei angekündigt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / pea