APA - Austria Presse Agentur

Neue Bildungsstandard-Tests ab Frühjahr 2021

10. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

In diesem Schuljahr wird das System der Bildungsstandard-Testungen neu aufgesetzt: Nun wird nicht mehr nur in der 4. und 8. Schulstufe überprüft, ob die Schüler in Deutsch, Mathematik und Englisch die Lernziele erreichen. Auch in der 3. und 7. Schulstufe sind nun sogenannte nationale Kompetenzerhebungen vorgesehen, legt eine Verordnung des Bildungsministeriums fest. Im Frühjahr 2021 finden die neuen Tests in Deutsch und Mathe in den 3. Klassen der Volksschulen erstmals statt.

Im Oktober bzw. November 2021 sollen dann erstmals die Schüler der 3. Klasse Mittelschule und AHS in Deutsch, Mathematik und Englisch getestet werden. Die nationalen Kompetenzerhebungen in der 4. Schulstufe folgen im Schuljahr 2022/23, jene in den 8. Schulstufen schließlich 2023/24. Die Standards sollen dann jährlich abgefragt werden. Anders als zwischenzeitlich diskutiert sollen die Ergebnisse aber weder in die Benotung der Schüler einfließen, noch in die Aufnahme an einer Schule.

Mit den Bildungsstandards wird in Österreich seit 2009 zusätzlich zu den Lehrplänen festgelegt, was ein Schüler in der 4. Schulstufe (Deutsch, Mathe) bzw. 8. Schulstufe (Deutsch, Mathe, Englisch) wissen und können soll. Ob das in der Praxis gelingt, wurde ab 2011/12 in den 4. bzw. 8. Schulstufen jedes Jahr abwechselnd in anderen Fächern bzw. Schulstufen überprüft. Zusätzlich konnten in der 3. und 7. Schulstufe freiwillig sogenannte "Informelle Kompetenzmessungen" durchgeführt werden. Mit der Umstellung des Testsystems wird nun verpflichtend in der 3. und 4. Klasse Volksschule sowie in der 3. und 4 Klasse Mittelschule bzw. AHS überprüft, ob die Schüler die in den Bildungsstandards definierten Lernziele erreichen.

Außerdem sollen die Ergebnisse nun auch zur Förderung der Schüler genutzt werden. Im bisherigen System hat nur der Schüler selbst seine Testresultate erfahren, an den Lehrer ging lediglich das anonymisierte Gesamtergebnis seiner Klasse. Nun sollen auch Lehrer und Schulleiter 24 Monate lang Einsicht in die Ergebnisse bekommen, sofern diese "als Grundlage für Maßnahmen zur individuellen Förderung definiert sind". Außerdem ist eine "gemeinsame Reflexion" die Resultate mit den Schülern und deren Eltern vorzusehen.

Neben der individuellen Förderung sollen die Ergebnisse der nationalen Kompetenzerhebung auch weiterhin genutzt werden, um Unterrichtsplanung und Qualitätsentwicklung im österreichischen Schulwesen zu verbessern. Neben den jährlichen Schüler-, Klassen- und Schulergebnisberichten sind deshalb zusätzlich auf der 4. und 8. Schulstufe alle drei Jahre aggregierte Ergebnisberichte für die Schulleitung, die Bildungsregion, die Bildungsdirektion und das Bildungsministerium vorgesehen.

Wie schon bei den bisherigen Bildungsstandardüberprüfungen soll bei den Schulergebnissen auch künftig berücksichtigt werden, welche Resultate an einem Standort aufgrund der sozialen Zusammensetzung der Schülerschaft zu erwarten wäre. Alljährliche Landes- und Bundesberichte wird es hingegen nicht mehr geben. Zuständig für die nationale Kompetenzerhebung ist das Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen (IQS), der Nachfolgeinstitution des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie), das bisher für die Bildungsstandard-Erhebungen zuständig war.

Quelle: Agenturen