Netanyahu: Weitere Länder müssen sich Iran-Krieg anschließen
"Sie haben eine interkontinentale ballistische Rakete auf Diego Garcia abgefeuert", unterstrich Netanyahu zudem nach Angaben seines Büros. Der Iran habe auch schon europäische Länder wie Zypern angegriffen. Mit der Blockade der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormuz versuche Teheran zudem, "die gesamte Welt zu erpressen", so der israelische Premier.
Der Iran hatte nach Angaben des Staatsfernsehens am Samstag zwei ballistische Raketen auf einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf der Insel Diego Garcia abgefeuert. Der Stützpunkt liegt etwa 4.000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste.
Aufruf Netanyahus an andere Länder
Netanyahu fragte: "Welchen weiteren Beweis brauchen Sie noch, dass dieses Regime, das die ganze Welt bedroht, gestoppt werden muss?" Es sei an der Zeit, "dass die Staats- und Regierungschefs der übrigen Länder sich anschließen", sagte Netanyahu, ohne dabei konkrete Staaten zu nennen. Einige bewegten sich bereits in diese Richtung, "aber es ist mehr nötig". Es gehe um die "Sicherheit der ganzen Welt", sagte der Regierungschef.
NATO-Chef Rutte: "Wir prüfen noch"
Auf die Frage, ob die NATO die israelische Einschätzung teile, dass es sich um Raketen mit einer Reichweite gehandelt habe, die auch Berlin, Rom und Paris treffen könnten, sagte NATO-Generalsekretär Mark Rutte, dass man dies im Moment nicht bestätigen könne. "Wir prüfen das aber noch", sagte er in der US-TV-Sendung "Face the Nation" bei CBS News. "Was wir mit Sicherheit wissen, ist, dass sie kurz davor stehen, diese Fähigkeit zu erlangen."
Der britische Minister für Kommunalverwaltung, Steve Reed, sagte der BBC, es gebe "keine konkreten Erkenntnisse, dass die Iraner Großbritannien ins Visier nehmen - oder es überhaupt könnten, selbst wenn sie es wollen". Dazu, ob der Iran über Raketen verfüge, die London erreichen könnten, gebe es "keine Einschätzung", die diese Behauptung untermauern könne.
Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vor knapp einer Woche eine deutsche militärische Beteiligung am Schutz von Öltankern in der Straße von Hormuz abgelehnt und den Kurs von US-Präsident Donald Trump kritisiert. Die NATO sei ein Verteidigungs- und kein Interventionsbündnis, sagte Merz in Berlin. Die USA und Israel hatten am 28. Februar Angriffe gegen den Iran begonnen. Teheran reagierte mit massiven Raketenangriffen auf Israel und andere Länder in der Region.
Zusammenfassung
- Israels Premier Benjamin Netanyahu fordert nach einem iranischen Raketenangriff auf Arad und dem Beschuss des Militärstützpunkts Diego Garcia, dass sich weitere Länder dem Kampf gegen den Iran anschließen.
- Netanyahu warnt vor einer Bedrohung Europas durch die Reichweite iranischer Raketen und betont, der Iran habe bereits europäische Ziele wie Zypern angegriffen sowie die Straße von Hormuz für den Welthandel blockiert.
- NATO und britische Regierung prüfen die tatsächliche Reichweite der iranischen Raketen, sehen aber derzeit keine konkreten Hinweise auf eine unmittelbare Bedrohung europäischer Hauptstädte.
