Nach Tod von Anführer: Al-Kaida "nach wie vor brandgefährlich"

02. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Terrorismus-Experte Nicolas Stockhammer spricht im PULS 24 Interview über den von den USA getöteten Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri.

Der Anführer des Terrornetzwerks Al-Kaida, Aiman al-Zawahiri, ist bei einem Anti-Terror-Einsatz der USA in Afghanistan getötet worden. Zawahiri ist in der Zeit der Anschläge vom 11. September 2001 Osama bin Ladens Stellvertreter gewesen und nach dessen Tod an seine Stelle aufgerückt. 

Der 71-Jährige ist der ranghöchste Anführer Al-Kaidas gewesen und hat weiter zu Anschlägen gegen die USA aufgerufen. Sein Tod sei laut US-Regierung ein schwerer Schlag für die Terrorgruppe.

"Wie beim Kopf von Hydra"

Terrorismus-Experte Nicolas Stockhammer sieht hingegen eher einen "Achtungs-Erfolg" für die USA. Zawahiri sei "Führungsschwäche" unterstellt worden und er habe sich nur "im klandestinen Untergrund" bewegt - versteckt von den Taliban. 

Die Welt sei durch seinen Tod nur "graduell" eine bessere geworden, sagt Stockhammer. "Wie beim Kopf von Hydra" werde jemand nachkommen. Es könnte sein, dass sein Nachfolger längst vorbereitet sei. "Al-Kaida ist nach wie vor eine brandgefährliche Organisation", warnt Stockhammer. Global gesehen sei sie sogar die gefährlichste Terror-Organisation, die vor allem in Afrika und Asien eine dominante Stellung hat. 

Tötung kam überraschend

Seine Tötung kam nun überraschend. Die USA hatten ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (rund 24,4 Millionen Euro) auf den Ägypter ausgesetzt. Experten hatten zuletzt vermutet, dass sich Zawahiri im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan versteckt.

Ein ranghoher Taliban-Beamter erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, Zawahiri habe sich zuvor in der Provinz Helmand aufgehalten und sei nach der Übernahme der Macht durch die Taliban im August vergangenen Jahres nach Kabul gezogen.

Die Taliban hatten im vergangenen Sommer Afghanistan vollständig eingenommen. Die USA und ihre Verbündeten verließen damals nach jahrelangem Militäreinsatz das Land.

Quelle: Redaktion / koa