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Nach Abtreibungsentscheidung wieder Proteste vor oberstem US-Gericht

26. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Nach der umstrittenen Entscheidung des Supreme Courts für ein Ende des liberalen Abtreibungsrechts in den USA ist es in der Hauptstadt Washington am Samstag erneut zu Demonstrationen gekommen. Mehrere Hundert Menschen versammelten sich vor dem obersten US-Gericht, um gegen die Entscheidung zu protestieren.

Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie "Nicht eure Gebärmutter, nicht eure Entscheidung" oder "Ihr Körper, ihre Wahl - nicht eure". Eine der Demonstrantinnen sagte: "Meiner Meinung nach hat der Oberste Gerichtshof gerade einen schweren Angriff auf die Grundrechte der Frauen begangen."

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Abtreibungsgegner feiern Gerichtsentscheidung

Es versammelten sich auch einige wenige Abtreibungsgegner vor dem Gericht, um die Entscheidung zu feiern. Eine von ihnen sagte: "Ich bin hier, weil der Oberste Gerichtshof endlich eine Entscheidung korrigiert hat, die mindestens 49 Jahre lang die Menschlichkeit und die gleichen Rechte einer ganzen Gruppe von Menschen verleugnet hat."

Das oberste US-Gericht hatte am Freitag das liberale Abtreibungsrecht des Landes gekippt. Der Supreme Court machte damit den Weg für strengere Abtreibungsgesetze in den Bundesstaaten frei - bis hin zu kompletten Verboten. Nach der umstrittenen Entscheidung setzten mehrere US-Staaten schon weitgehende Abtreibungsverbote in Kraft. Andere dürften folgen. Einige Staaten haben dazu bereits Gesetze vorbereitet.

Tausende Menschen protestieren

Bereits am Freitag hatten in mehreren Großstädten der USA Tausende Menschen spontan gegen die Entscheidung protestiert, darunter in Washington, New York, Los Angeles, San Francisco, Chicago, Austin, Denver und Philadelphia. Bei Protesten in Phoenix im Bundesstaat Arizona setzte die Polizei am Freitagabend (Ortszeit) Tränengas ein, um Demonstranten vom dortigen Parlamentsgebäude zurückzudrängen, wie der Fernsehsender CNN berichtete.

Quelle: Agenturen / ddj