US-Stützpunkt GrafenwöhrAPA/AFP/Christof STACHE

U-Haft über mutmaßliche russische Spione in Bayern verhängt

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In Bayern soll über zwei mutmaßliche Spione aus die U-Haft verhängt worden sein. Sie sollen im Auftrag Russlands US-Stützpunkte ausspioniert und Anschläge auf militärische Transportwege geplant haben.

In Bayern sollen laut Recherchen des "Spiegel" zwei mutmaßliche Agenten festgenommen worden sein, die im Auftrag des russischen Geheimdienstes Sabotageaktionen in Deutschland geplant haben sollen. Unter Berufung auf Ermittlungskreise berichtete das Medium, dass am Mittwochvormittag der Zugriff im bayerischen Bayreuth durch die Spezialeinsatzkräfte der Polizei erfolgte. Am Mittwoch wurde über den Hauptbeschuldigten die U-Haft verhängt. Am Donnerstag habe ein Ermittlungsrichter auch den zweiten Haftbefehl in Vollzug gesetzt. 

Sie seien dringend verdächtig, in einem besonders schweren Fall für einen ausländischen Geheimdienst tätig gewesen zu sein, teilte der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof am Donnerstag mit. Einem der beiden, Dieter S., wird auch die Verabredung zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und zur Brandstiftung sowie Agententätigkeit zu Sabotagezwecken und sicherheitsgefährdendes Abbilden militärischer Anlagen vorgeworfen.

Anschläge auf militärische Transportwege geplant 

S., ein Deutschrusse, soll sich mit Verbindungsleuten des russischen Geheimdienstes über Sabotageaktionen in Deutschland ausgetauscht haben. Er soll sich bereit erklärt haben, Brand-  und Sprengstoffanschläge auf militärisch genutzte Infrastruktur, Rüstungsbetriebe und Industriestandorte zu verüben. Im Fokus standen unter anderem Verkehrswege, die für den Transport von Militärgütern genutzt werden. Man habe die deutsche Unterstützung für die Ukraine beschädigen wollen. 

US-Stützpunkt ausspioniert 

Nach Informationen des "Spiegel" gehörten zu den ausspionierten Objekten auch Einrichtungen der US-Streitkräfte im bayerischen Grafenwöhr. Er habe die Einrichtungen des US-Militärs in Deutschland auch abfotografiert. Die Bilder habe er dann nach Russland geschickt. Er soll von einem weiteren Deutschrussen dabei unterstützt worden sein. Beide wurden am Mittwoch festgenommen. 

Die beiden in Russland geborenen Männer, die am Mittwoch in Bayreuth festgenommen wurden, haben den Angaben zufolge beide die deutsche und die russische Staatsbürgerschaft. Ermittler durchsuchten Wohn-und Arbeitsort der beiden. Der mutmaßliche Haupttäter habe zwischen 2024 und 2016 einer Miliz der von russischen Separatisten in der Ost-Ukraine proklamierten "Volksrepublik Doneszk" angehört. 

"Werden uns nicht einschüchtern lassen"

"Wir wissen, dass der russische Machtapparat auch unser Land in den Fokus nimmt", sagte der deutsche Justizminister Marco Buschmann. Auf diese Bedrohung müsse Deutschland wehrhaft und entschlossen reagieren.

Innenministerin Nancy Faeser sprach von einem besonders schweren Fall der mutmaßlichen Agententätigkeit für Russland. Sie betonte: "Wir werden die Ukraine weiter massiv unterstützen und uns nicht einschüchtern lassen."

Video: Thomas Mohr erklärt Spionage-Skandal Egisto Ott

ribbon Zusammenfassung
  • In Bayern sollen zwei mutmaßliche Spione festgenommen worden sein.
  • Sie sollen etwa im Auftrag Russlands US-Stützpunkte ausspioniert und Anschläge auf militärische Transportwege geplant haben.

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