Mückstein: Vierter Lockdown? "Möchte ich nicht ausschließen"

17. Mai 2021 · Lesedauer 3 min

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) stellte sich im PULS 24 Bürgerforum am Montag den Fragen der Zuschauer. Hauptthema waren vor allem Impfung, Grüner Pass und welche Lockerungen für wen kommen. Trotz guter Corona-Zahlenlage will der Minister einen vierten Lockdown aber nicht ausschließen.

Viele Fragen vor allem zum Thema Impfung, Freiheiten und Lockerungen sowie Reisen hatten die PULS 24 Zuschauer am Montag für Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). Vielfach musste der Minister vertrösten - etwa bei Fragen nach weiteren Lockerungen oder Freiheiten für bestimmte Gruppen.

Vierter Lockdown? "Möchte ich nicht ausschließen"

Aufhorchen ließ Mückstein auch mit seiner Antwort auf die Frage "Wird es im Herbst noch einmal einen vierten Lockdown geben?". Der Gesundheitsminister sagte: "Ich möchte das nicht ausschließen, weil im Jänner wie die britische Variante gekommen ist, hat auch niemand geglaubt, dass Menschen 14 Tage ansteckend sind und sich 40 Prozent häufiger infizieren und länger auf Intensivstationen liegen."

Das vergangene halbe Jahr habe gelehrt, dass man nichts ausschließen dürfe. Aber man sei auf einem guten Kurs, die Impfungen schreiten rasch voran und es gibt mehr Impfstoff als Impfwillige, zeigte sich Mückstein zuversichtlich. Allerdings: "Selbst wenn wir es schaffen, in Europa gute Durchimpfungsraten zu erreichen, läuft die Pandemie im Rest der Welt weiter", so der Gesundheitsminister. Aber auch hier sei man inzwischen besser vorbereitet und wisse mehr über das Virus.

Man werde es bis zum Sommer schaffen, 50 bis 60 Prozent zu impfen. Im Juli und August könne man dann schon 12- bis 16-Jährige impfen, mache also große Schritte, so Mückstein. Bei einer Durchimpfungsrate von 80 Prozent werde es keinen Lockdown mehr benötigen. Sollte es allerdings in Folge von neuen Mutationen wieder zu starken Belegungen in Spitälern und auf Intensivstationen kommen, werde man als letztes Mittel auch wieder auf Lockdowns zurückgreifen müssen.

Wie lange bleibt die FFP2-Maskenpflicht?

Die FFP2-Maskenpflicht werde uns noch eine Weile begleiten, sagte Mückstein auf eine entsprechende Frage. Besonders in engen Räumen werde sie bis auf weiteres ein Muss bleiben. Allerdings werde es auch da bei höherer Durchimpfungsrate Lockerungen geben. "Wir müssen nur in die USA und nach Israel schauen", meinte Mückstein zuversichtlich.

Aus für AstraZeneca in Österreich

Nach Anfang Juni keine Erstimpfungen mit AstraZeneca mehr

Eine klare Ansage gab es in Bezug auf die Verimpfung des Vakzins von AstraZeneca: Anfang Juni werden wahrscheinlich noch einige Erstimpfungen mit AstraZeneca durchgeführt, danach aber nicht mehr. Für die Zweitstiche sei noch genug AstraZeneca auf Lager, aber er wird dann nicht mehr neu verimpft werden, so Mückstein.

Stattdessen werde man nur mehr auf mRNA-Impfstoffe (Biontech/Pfizer und Moderna) sowie Johnson&Johnson als Vektor-Impfstoff zurückgreifen. Auch die bestellten Impffdosis-Lieferungen für 2022 und 2023 bestehen zu 90 Prozent aus mRNA-Impfstoffen, sagte der Minister. Das hat nichts damit zu tun, dass AstraZeneca etwa weniger wirksam wäre - das ist nämlich nicht der Fall - sondern mit den Lieferschwierigkeiten des britisch-schwedischen Pharma-Konzerns.

Wer mit AstraZeneca zweifach geimpft ist, werde zumindest für neun Monate den vollen Impfschutz haben. Welche Impfstoffe für eine etwaige dritte Impf-Auffrischung verwendet werden, werde aktuell vom nationalen Impfgremium noch geprüft.

Quelle: Redaktion / hos