Moskau bestätigt: Russisches Flaggschiff "Moskwa" gesunken

14. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Raketenkreuzer "Moskwa" ist nach einem mutmaßlichen Raketenangriff durch ukrainische Streitkräfte gesunken. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte, dass das Flaggschiff der Schwarzmeerflotte gesunken sei.

Die russische Armee hat im Kampf um die Ukraine einen herben Verlust erlitten. Wie das Verteidigungsministerium in Moskau am Donnerstagabend mitteilte, ist das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte gesunken. Die Ukraine hatte bereits am Vortag behauptet, die "Moskwa" mit zwei Raketen getroffen und sogar versenkt zu haben. Moskau dementierte und sprach davon, dass nach der Explosion von Munition ein Feuer ausgebrochen sei.

Das zuletzt vor der ukrainischen Hafenstadt Odessa lokalisierte Schiff hat eine Besatzung von rund 500 Mann und spielte eine wichtige Rolle für seegestützte Raketenangriffe auf die Ukraine.

Noch am Donnerstagvormittag hatte die russische Armee betont, dass das Feuer eingedämmt werden konnte und das Kriegsschiff zum Hafen zurückgeschleppt werde. Die wichtigsten Waffen der "Moskwa" seien nicht beschädigt worden, das Schiff laufe auch nicht Gefahr zu sinken.

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Am Abend bestätigte das Verteidigungsministerium nun aber doch, dass das Schiff beim Abschleppen "aufgrund eines Sturmes" gesunken sei. Das berichtete die russischen Nachrichtenagentur TASS. Das Schiff hat eine Tonnage von 12.500. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist kein so großes Kriegsschiff mehr untergegangen.

Das Kommandoschiff ist für Russland von großer symbolischer Bedeutung, da es neben seinem militärischen Nutzen immer wieder auch für diplomatische Zwecke genutzt wurde. Entworfen wurde der Raketenkreuzer der Atlant-Klasse als Zerstörer von Flugzeugträgern. 1983 wurde er zu Sowjetzeiten unter dem Namen "Slawa" (Ruhm) in Betrieb genommen.

Das 186 Meter lange Kriegsschiff, das im Mai 1995 in "Moskwa" (Moskau) umbenannt wurde, war mit 16 Seezielflugkörpern vom Typ Basalt/Wulkan - der Marineversion der Langstreckenraketen vom Typ S-300 - und Osa-Kurzstreckenraketen ausgerüstet. Es verfügte zudem über Raketenwerfer und Torpedos.

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Quelle: Agenturen / Redaktion / hos