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Tausende protestierten nach Bombenexplosion in Pakistan

24. Juli 2020 · Lesedauer 2 min

Nach einer Bombenexplosion mit 18 Verletzten sind im Nordwesten Pakistans Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Bereits in der Nacht auf Freitag protestierten Demonstranten in der Stadt Parachinar in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, wie Anrainer berichteten. Aktivisten werfen den Behörden vor, nicht ausreichend für Sicherheit zu sorgen.

Videos in den sozialen Medien zeigten auch Demonstranten, die am Freitag Steine auf Sicherheitskräfte und Fahrzeuge warfen. Am Donnerstag detonierte laut Polizeiangaben ein Sprengsatz mitten auf einem belebten Markt in einem mehrheitlich schiitischen Viertel der Stadt.

Parachinar liegt nur etwa 20 Kilometer von der Grenze zu Afghanistan entfernt und zählte früher zu den teilautonomen Stammesgebieten unter Bundesverwaltung, bis das Gebiet 2018 mit Khyber Pakhtunkhwa zusammengelegt wurde. In der Gegend leben vor allem Paschtunen, einer Minderheit in Pakistan.

Aktivisten der Bewegung für den Schutz der Paschtunen (PTM) forderten die Sicherheitsbehörden auf, die Drahtzieher des Anschlags zu fassen. "Diese neue Welle der Gewalt dauert schon seit mehreren Monaten an. Wir wollen ihr ein Ende setzen", sagte der bekannte PTM-Aktivist Manzoor Pashteen.

Bereits in der Vergangenheit waren die ehemaligen Stammesgebiete Ziel von Terrorattacken durch Extremisten wie den pakistanischen Taliban oder Al-Kaida. Seit mehreren Jahren haben Pakistans Streitkräfte eine erhöhte militärische Präsenz in den Gebieten.

Quelle: Agenturen