Kronprinz Mohammed bin Zayed al-Nahyan von Abu Dhabi
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Mohammed bin Zayed Al-Nahyan: Politisches Schwergewicht mit Taschen voller Geld

29. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) empfängt am Donnerstag den Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Zayed Al-Nahyan, zu einem offiziellen Besuch in Wien.

Militärische Ehren am Ballhausplatz, ein Arbeitsgespräch mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und eine Kooperationsvereinbarung  zwischen Österreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das steht am Donnerstag auf dem Plan des Treffens zwischen Kurz und Scheich Mohammed bin Zayed Al-Nahyan, Kronprinz von Abu Dhabi. Für Kurz kein Unbekannter, der Kanzler  war bereits 2018 und 2019 in den Vereinigten Arabischen Emiraten beim  Kronprinzen und de-facto Regenten. 

Wer ist Mohammed Bin Zayed Al-Nahyan?

Kronprinz Mohammed bin Zayed Al-Nahyan (60) ist der Halbbruder von Scheich Chalifa bin Zayid Al-Nahyan, dem Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Emir und Premierminister von Abu Dhabi. Der 60-Jährige gilt als einer der reichsten Männer der Welt, ist faktischer Herrscher der Emirate und eine der mächtigsten Figuren am Persischen Golf, wie auch die "NY Times" analysiert.

Sein Einfluss in den USA ist groß, Ex-Präsident Trump folgte auch gegen den Willen seiner Berater oft Vorschlägen des Scheichs. Bin Zayeds Truppen kämpfen oft Seite an Seite mit den US-Streitkräften, in der Vergangenheit zum Beispiel im Irak, im Kosovo oder in Afghanistan. 

Militär-Ausbildung in Sandhurst

1961 geboren, absolvierte bin Zayed die prestigeträchtige Militärakademie Sandhurst, auf die auch die britischen Prinzen William und Harry gingen. Hand anlegen konnte der junge Scheich bei Hubschrauber-Flugstunden, Übungen als Fallschirmjäger und als Pilot der emiratischen Luftwaffe. Bald zählten auch die strategische Planung und Weiterentwicklung des Militärs zu seinen Aufgaben.

Unter seiner Führung zählen die schwerreichen VAE, die gemeinsam etwa der Fläche Österreichs entsprechen, zu den größten Rüstungsimporteuren der Welt. Der 60-jährige Scheich hat dabei auch den Posten als Vize-Kommandant der emiratischen Streitkräfte inne.

Kleines Land, militärische Großmacht

Alle sieben Emirate haben weniger als zehn Millionen Einwohner, nur etwa eine Million hat auch die Staatsbürgerschaft. US-General James Mattis gab den VAE wegen all der militärischen Interventionen unter anderem im Jemen, in Libyen, Somalia und auf der Sinai-Halbinsel in Ägypten, den Spitznamen "Klein Sparta".

Zu Hause setzt der Kronprinz darauf, religiöse und soziale Beschränkungen teilweise zu lockern. Er ließ Ableger westlicher Universitäten und Kunstgalerien bauen und ermutigte Frauen (darunter auch seine Tochter), Militärdienst zu leisten. Mit dieser Entspannung im Inneren und einer harten Hand nach außen scheint er seine Macht weiter festigen zu wollen.

Die Emirate zählen wegen ihrer reichen Ölvorkommen zu den reichsten Ländern der Erde. "MBZ", wie er in Diplomatenkreisen genannt wird, zeigt das auch bei persönlichen Feiern. Seine Hochzeit mit Prinzessin Salama im Jahr 1981 kostete dem "Forbes"-Magazin zufolge 90 Millionen Euro. Das einwöchige Spektakel, für das seine Eltern ein Stadion für 20.000 Zuschauer bauen ließen, gilt bis heute als eine der teuersten Eheschließungen aller Zeiten.

Marianne LamplQuelle: Agenturen / Redaktion / lam