APA - Austria Presse Agentur

Ist ein Gesichtsvisier so sicher wie eine Maske?

24. Juli 2020 · Lesedauer 2 min

Die Maskenpflicht ist wieder da. Viele tragen statt einem Mund-Nasen-Schutz ein Gesichtsvisier. Aber schützt das Face Shield genauso gut?

Viele finden es bequemer, das Plastikschild ist leicht zu reinigen und die Mimik geht nicht, wie bei einer Maske, verloren. Das Gesichtsvisier, für viele eine Alternative zur Mund-Nasen-Schutzmaske. Die Regierung hat am Dienstag eine Ausweitung der Maskenpflicht beschlossen, damit dürfte auch das "Face Shield" wieder verstärkt zum Einsatz kommen. Aber ist ein Visier genauso wirksam wie eine Maske?

Das deutsche Robert Koch Institut sagt nein. Gesichtsvisiere würden nur die Tröpfchen abfangen, die direkt auf die Maske treffen. Aerosole könnten dennoch übertragen werden. Wie infektiös diese sind, ist allerdings noch nicht vollständig geklärt.

Warnungen kommen auch aus der Schweiz. Das Gesundheitsamt des Kantons Graubünden rät von der alleinigen Verwendung von Plastikvisieren ab. Eine Analyse von Fällen und Übertragungswegen habe gezeigt, dass die vor allem in der Gastronomie verbreiteten Visiere ungenügend Schutz vor einer Infektion böten. Sie würden ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln, sagt die Kantonsärztin Marina Jamnicki.

Gesundheitsministerium sieht kein Problem

Einen ausreichenden Schutz durch ein Gesichtsvisier sieht das österreichische Gesundheitsministerium. "Gesichtsvisiere können als Mund-Nasen-Schutz verwendet werden", heißt es. Voraussetzung: Das "Face Shield" muss Mund, Nasen, Augen und die Kinnpartie abdecken und zwar vorne und seitlich.

Auch eine Mund-Nasen-Maske bietet nur dann ausreichend Schutz, wenn sie richtig angewendet wird. Mund und Nase müssen vollständig bedeckt sein und die Maske muss regelmäßig gereinigt werden.

Alternative für bestimmte Personen

Ein Gesichtsvisier ist für Menschen sinnvoll, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen keine Maske tragen können. Auch für Kinder und Menschen mit Behinderung sind Visiere laut dem Robert Koch Institut eine gute Alternative zur Maske.

Soraya PechtlQuelle: Agenturen / Redaktion / spe