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Mit Corona infizierte Lehrer müssen in Wien daheim bleiben

26. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

In Wien beginnt am 5. September wieder die Schule, für 20.000 Kinder tut sie das zum ersten Mal. Insgesamt werden 240.000 Schülerinnen und Schüler wieder die Klassen bevölkern. Für Lehrkräfte, die mit dem Coronavirus infiziert sind, bleiben diese hingegen tabu. Dort, wo die Stadt dies dienstrechtlich regeln kann - also in den Pflichtschulen - werden positive Personen nicht unterrichten. Das hat Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) am Freitag bekräftigt.

"Das ist ein viel zu hohes Infektionsrisiko", begründete der Ressortchef die Entscheidung. Auch nicht-pädagogisches Personal in den Schulen muss bei einer Infektion diesen fernbleiben. Gemäß der Vorgaben des Bundes wäre es prinzipiell auch für infizierte Personen möglich, in die Schule zu kommen - wenn durchgehend eine Maske getragen wird.

Wiederkehr verwies heute auch auf die weiterhin bestehende Möglichkeit, freiwillig PCR-Tests durchzuführen. Verpflichtend sind diese im kommenden Schuljahr aber nicht mehr. Man gebe damit Normalität auch den Kindern zurück, freute sich der Stadtrat beim Pressetermin in einem neu errichteten Schultrakt in der Donaustadt.

Sollte das Infektionsgeschehen intensiver werden, könnten verpflichtende Tests wieder vorgeschrieben werden. Abhängig ist dies von der entsprechenden Stufe des Corona-Variantenmanagementplan des Gesundheitsministeriums. Aktuell laufe auch eine Ausschreibung des Bundes über die Durchführung, betonte Wiederkehr, der sich allerdings skeptisch zeigte: "Ich habe große Sorge, ob diese erfolgreich abgewickelt wird. Die letzte Ausschreibung war ja nicht unbedingt eine Erfolgsgeschichte." Das Bundesverwaltungsgericht hatte damals Verstöße gegen die Vergaberichtlinien geortet.

Generell wurde heute auf die Investitionen in die Bildungsinfrastruktur verwiesen. 219 Mio. Euro wurden dafür heuer budgetiert. Mehr als 100 Klassen würden neu errichtet, berichteten Wiederkehr und Bildungsdirektor Heinrich Himmer. Auch auf klimaschonende Energieversorgung werde großer Wert gelegt, wurde beteuert. "Wir investieren ständig Geld, um den Energieaufwand zu senken", hob Wiederkehr hervor. Sollte der Energieverbrauch in öffentlichen Gebäuden im Herbst reduziert werden, sollten die Bildungseinrichtungen aber die letzten sein, die heruntergefahren werden sollten, verlangte er.

Als Herausforderung gilt auch die Integration von Kindern aus der Ukraine, die vor dem russischen Angriff auf ihr Land flüchten mussten. 4.000 von ihnen wurden bereits im Schulsystem untergebracht. Für die Bewältigung der Aufgaben fordert Wien allerdings zusätzliche Lehrerkontingente vom Bund.

Quelle: Agenturen