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Ludwig über die Corona-Öffnungen: 5. März ist "ziemlich willkürlich"

23. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) kritisiert im PULS 24 Interview die weitgehenden Öffnungsschritte im März und kontert der Kritik von Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP).

Wien sollte bei seinem strengeren Weg, was die Corona-Maßnahmen angeht, mehr auf Experten hören, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) vergangene Woche im PULS 24 Interview. Nun war Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) zu Gast und kann der Kritik nicht viel abgewinnen. Es hätte im Laufe der Pandemie immer wieder "Zurufe" an die Stadt gegeben, nachträglich hätte sich aber gezeigt, dass der "konsequente Weg immer der richtige war". Man sei außerdem mit den Mitgliedern der GECKO-Kommission in Kontakt und habe eine eigene Expertenrunde. 

Wenn Österreich den konsequenten Weg Wiens gegangen wäre, "hätten wir uns den vierten Lockdown erspart", ist sich Ludwig sicher. Die Bundesregierung hätte im Sommer aber verkündet, dass die Pandemie gemeistert sei und nun herrsche eine "ähnliche Grundeinstellung" vor, kritisiert er.

"Nicht alles gleichzeitig öffnen"

Man müsse aber wissen, dass die Pandemie in Wellenbewegungen komme und sich auf eine etwaige nächste Welle vorbereiten. Man trage aber eh die "allermeisten Entscheidungen des Bundes mit". Der 5. März sei aber "willkürlich" ausgewählt worden - man sollte nicht alles gleichzeitig öffnen, warnt der Bürgermeister.

Klaudia Tanner und Michael Ludwig im Interview bei "Milborn"

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) im Interview bei PULS 24 Anchor Thomas Mohr über die Ukraine-Krise, Corona und Gratis-Tests.

Während Ludwig den Wiener Weg erklärt, sitzt ihm im PULS 24 Studio Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) gegenüber. Sie "kann als Verteidigungsministerin nicht über die Pandemie sprechen", sagt sie, bedankt sich bei den Soldaten für ihren Einsatz in der Pandemie und gibt Ludwig in einer Sache recht: "Auf Experten zu hören ist zweifelsohne der richtige Weg". Sie betont aber, dass die neuen Virusvarianten - Tanner nennt Omikron, "BA.2" muss ihr Ludwig einsagen - nicht mehr zu so hohen Intensivzahlen führen. 

Debatte um Gratis-Tests

Sollte der Bund beschließen, dass die Corona-Tests kostenpflichtig werden müssen, "dann wird das natürlich eingestellt werden", sagt Ludwig, der das aber nicht gutheißen würde. Die breit ausgerollten Tests würden helfen, Infizierte "frühzeitig aus der Infektionskette zu nehmen" und Mutationen zu finden. "Wenn der Bund ein besseres, effizienteres System entwickelt hat, soll es mir recht sein", so der Bürgermeister. Den Plan kenne er aber noch nicht. Er warnt davor, dass man die Verantwortung an Betriebe abschiebe - denn, wer die Tests für den Arbeitsplatz dann bezahle, sei unklar. 

Tanner will bezüglich der Gratistests auf den GECKO-Bericht warten und das "als Juristin" nicht bewerten.

Quelle: Redaktion