Russischer Milliardär Roman AbramowitschAPA/Chris Young

Medienbericht: Oligarch übertrug Kindern Vermögen vor Kriegsausbruch

06. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Der russische Oligarch Roman Abramowitsch soll einem Zeitungsbericht zufolge kurz vor Beginn des Angriffskriegs seines Heimatlands auf die Ukraine Vermögen in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar an seine Kinder übertragen haben.

Das geht aus gehackten Dokumenten hervor, die dem britischen "Guardian" vorliegen. Demnach wurden zehn geheime Offshore-Trusts Anfang Februar vergangenen Jahres umorganisiert.

"Die umfassende Neuordnung von Abramowitschs finanziellen Angelegenheiten begannen nur Tage nachdem Regierungen damit drohten, gegen russische Oligarchen im Falle einer Invasion Sanktionen zu verhängen", hieß es in dem Bericht. Daher stelle sich die Frage, ob sie vorgenommen wurden, "um den immensen Reichtum des Oligarchen vor der Bedrohung durch das Einfrieren von Vermögen zu schützen".

Geld mittels komplizierter Strukturen versteckt

Die Kinder seien dadurch zu Eigentümern von Abramowitschs Statussymbolen wie Luxus-Immobilien, einer Flotte von Superjachten, Helikoptern und Privatjets geworden. Die Dokumente stammen dem "Guardian" zufolge aus gehackten Daten eines zypriotischen Finanzdienstleisters, die dem Blatt zugespielt wurden. Daraus gehe hervor, wie der Oligarch sein Vermögen in komplizierten Strukturen in Steueroasen verborgen habe.

Abramowitsch auf Sanktionsliste

Abramowitsch wurde im März 2022 auf die Sanktionsliste der EU und Großbritanniens gesetzt. Anders als bei engen Putin-Vertrauten wurden seine Familienmitglieder nicht mit Sanktionen belegt. Der "Guardian" zitierte Sanktionsexperten, wonach die Neuordnung seines Vermögens zwar womöglich auf die Umgehung von Sanktionen angelegt war, aber nicht illegal ist.

Abramowitsch und seine Kinder hätten auf detaillierte Anfragen des "Guardians" nicht reagiert, berichtete das Blatt. Der frühere Inhaber des englischen Premier-League-Clubs Chelsea streitet Verbindungen zum Kreml hab und versucht, sich auf rechtlichem Wege gegen die EU-Maßnahmen zu wehren.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz