Massiver Luftangriff auf Ukraine ist "schwerwiegend" für Zivilbevölkerung

16. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

PULS 24 Militärexperte Gerald Karner erklärt, wie die Ukraine sich gegen die Angriffe verteidigt. CARE-Helferin Sarah Easter beschreibt die Situation für die Zivilbevölkerung.

In der Ukraine werden am Freitag neue Luftangriffe gemeldet. Der Bürgermeister der Stadt Charkiw berichtete von mehreren Explosionen, die in der Stadt zu hören seien. Einrichtungen der Infrastruktur würden angegriffen. In der weiter westlich liegenden Hauptstadt Kiew berichten Reuters-Reporter davon, dass das Raketenabwehrsystem im Einsatz ist. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, es gebe Explosionen in Kiew. 60 bis 70 Marschflugkörper, Drohnen und Raketen soll Russland am Freitag abgefeuert haben. 

"Die große Masse davon" werde die ukrainische Luftabwehr abschießen können, sagt PULS 24 Militärexperte Gerald Karner. "Es ist ein großer Angriff", erklärt er - rund 70 Geschosse seien unterwegs. Die Angriffe würden wieder auf die kritische Infrastruktur der Ukraine abzielen und erfolgen von russischem Territorium bzw. vom Schwarzen Meer aus. Unter den Waffen seien "offensichtlich" auch wieder ukrainische Drohnen. 

Keine ruhige Weihnachtszeit

Die Angriffe werden wieder Stromausfälle nach sich ziehen und Reparaturen behindern. Es handle sich laut Karner um eine "schwerwiegende Beeinträchtigung der Lebensgrundlagen der ukrainischen Zivilbevölkerung". Es gebe keine ruhige Weihnachtszeit.

Durchhaltevermögen der Ukrainer ist beeindruckend

Die Lage für die Ukrainer:innen sei aber ohnehin schon schwierig, berichtet CARE-Helferin Sarah Easter im PULS 24 Interview. "Es wird langsam richtig, richtig kalt", schildert sie - bei Stromausfällen würde die Heizung nicht funktionieren. Über 17 Millionen Menschen seien in der Ukraine auf humanitäre Hilfe, die CARE vor Ort leistet, angewiesen. 

Der "Zusammenhalt" und das "Durchhaltevermögen" der Ukrainer:innen sei aber "beeindruckend". Es gebe Menschen, die neben einem Vollzeitjob noch Schichten in der Nothilfe und auf Bahnhöfen, wo Vertriebene ankommen, leisten würden. Im Westen der Ukraine werden noch weitere Vertriebene aus dem Osten erwartet.

Quelle: Redaktion / koa