Massengräber nach Rebellenabzug im Kongo entdeckt
Die Rebellen hatten Uvira, einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt am Tanganjikasee nahe der Grenze zu Burundi, im Dezember kurzzeitig eingenommen. Sie zogen sich nach einer Woche auf Druck der USA zurück.
Die AFC/M23 wies eine Verantwortung für die Taten zurück. Ein Sprecher der Gruppe, Lawrence Kanyuka, sagte, er habe während der Zeit der Gruppe in Uvira nichts von Massengräbern gewusst. Er warf der Regierung vor, Propaganda zu verbreiten, um den Ruf der Rebellen zu schädigen.
Ein lokaler Menschenrechtsaktivist, Mashauri Mwindule, sagte, dass auch in Kabimba, einem acht Kilometer von Uvira entfernten Dorf, weitere Gräber gefunden worden seien. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hatte bereits im Dezember berichtet, dass Kämpfer der M23 in Uvira standrechtliche Hinrichtungen vorgenommen hätten. Die M23 hatte damals nicht auf die Vorwürfe reagiert, die Organisation jedoch bereits früher einer "Desinformationskampagne" bezichtigt. HRW zufolge haben jedoch auch die kongolesische Armee und verbündete Milizen Menschenrechtsverletzungen begangen.
Der Osten des Kongo ist seit Jahrzehnten von Gewalt bewaffneter Gruppen geprägt, die um die Kontrolle über reiche Bodenschätze kämpfen. Die M23-Rebellen kontrollieren nach einer Offensive im vergangenen Jahr große Teile der Provinzen Nord- und Süd-Kivu. Die Regierung des Kongo, die Vereinten Nationen und westliche Staaten werfen dem Nachbarland Ruanda vor, die M23 mit Waffen und Truppen zu unterstützen. Ruanda weist die Vorwürfe zurück.
Zusammenfassung
- Nach dem Abzug der Rebellen AFC/M23 wurden in Uvira im Osten der Demokratischen Republik Kongo zwei Massengräber mit mindestens 172 Leichen entdeckt, davon 31 in Kilomoni und 141 in Kavimvira.
- Die Rebellen hatten Uvira im Dezember für eine Woche besetzt und zogen sich auf Druck der USA zurück, bestreiten jedoch jede Verantwortung für die Gräueltaten.
- Laut Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und lokalen Aktivisten gibt es Hinweise auf weitere Gräber und Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen sowohl gegen die M23 als auch gegen die kongolesische Armee und verbündete Milizen.
