Kocher: Integration am Arbeitsmarkt von Ukraine-Flüchtlingen einfacher

23. März 2022 · Lesedauer 3 min

Arbeitsminister Martin Kocher rechnet mit einer fünfstelligen Zahl an Ukrainern, die in Österreich in nächster Zeit arbeiten wollen. Er selbst glaube, dass in vielen Bereichen die Integration dieser Flüchtlinge am Arbeitsmarkt "einfacher sein" wird, wie er im PULS 24 Interview erklärt. Eine Schieflage zu anderen Flüchtlingen sehe er nicht.

In Bezug auf den Krieg in der Ukraine müsse man sich "auf alle Eventualitäten vorbereiten", sagt Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) im PULS 24 Interview. Es werden arbeitssuchende Ukrainer im fünfstelligen Bereich erwartet. Daher müsse sich laut dem Minister die österreichische Politik auch "gut abstimmen und auch alle Maßnahmen gleichzeitig setzen".

Man habe hier eine besondere Situation, da die ukrainischen Flüchtlinge einen direkten Zugang zum Arbeitsmarkt haben. "Wenn man das aus der jetzigen Perspektive betrachtet, glaube ich schon, dass in vielen Bereichen eine Integration am Arbeitsmarkt einfacher sein wird", sagt Kocher zu den Vorwürfen, dass Ukrainer im Vergleich zu anderen Flüchtlingen besser behandelt werden.

Das liege u.a. daran, dass Englisch in der Ukraine weiterverbreitet sei und auch Abschlüsse leichter anerkannt werden könnten, meint der ÖVP-Politiker.

Verfahren "nicht ausschließend"

Kocher selbst würde das Verfahren "nicht so ausschließend sehen", da es hier nur Unterschiede in der Länge der Verfahren gäbe und nicht im Zugang zum Arbeitsmarkt. "Es sind auch völlig unterschiedliche Rechtsgrundlagen", betont der Minister im Gespräch mit PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros.

"Es geht jetzt um eine Richtlinie der europäischen Union zum temporären Schutz, die nach dem Jugoslawienkrieg beschlossen wurde – auch da war die Lage etwas anders als bei Asylverfahren, die es dann später gegeben hat", erklärt er im Interview weiter. Für die jetzige Situation sei dies daher die richtige Vorgehensweise, meint Kocher.

Quarantäne-Regeln "gut" abwägen

Die Quarantäne-Regel müsse laut  Kocher "gut abgewogen werden". Es stelle sich hier die Frage, wie lange symptomfreie Personen in Quarantäne bleiben müssten, vor allem in kritischen Bereichen, und gleichzeitig müsse man das Ansteckungsrisiko abwägen, erklärt er im PULS 24 Interview. "Viele Unternehmen machen auch zusätzlichen Maßnahmen, um die Infektionsgefahr zu reduzieren", sagt Kocher.

Der "entscheidende Punkt" sei hier, dass es nicht zu enormen Ausfällen in den Betrieben kommt. In einigen Bereichen sei dies bereits der Fall. "Da müssen die Expert:innen aus dem medizinischem Bereich sagen, wie das möglich ist und darauf verlasse ich mich auch", meint der Minister.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea