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Flüchtlinge: EU sieht Österreich nach Polen am meisten gefordert

23. März 2022 · Lesedauer 2 min

Österreich ist nach Ansicht der EU-Innenkommissarin Ylva Johansson nach Polen am stärksten von Flüchtlingen aus dem Ukraine-Krieg belastet.

Johansson sagte am Mittwoch in Brüssel, die EU-Kommission habe eine "Solidaritätsplattform" für eine "faire Lastenteilung" eingerichtet. Dazu habe sie einen Index erstellt, der die Zahl der Flüchtlinge, die noch im Land seien, und die Asylzahlen vom letzten Jahr berücksichtige und in Relation zur Größe des Landes setze.

Bei den Ländern, "die den größten Herausforderungen gegenüberstehen" stehe "Polen an der Spitze, Land Nummer zwei ist Österreich, Land Nummer drei ist Zypern", so die EU-Kommissarin weiter. Auf den weiteren Plätzen seien Tschechien und Estland.   

Bisher seien 3,5 Millionen Menschen aus der Ukraine in die EU geflohen, davon mehr als zwei Millionen nach Polen, sagte Johansson. 700.000 ukrainische Flüchtlinge sind in Rumänien gelandet, viele weitere auch in Ungarn und der Slowakei.

200.000 Flüchtlinge täglich

Von den 3,5 Millionen Flüchtlingen seien fast zwei Millionen in andere EU-Mitgliedstaaten weitergezogen, schätzte die Kommissarin. "Das heißt, dass jetzt fast alle EU-Mitgliedstaaten Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen." Der durchschnittliche tägliche Flüchtlingszustrom betrage 200.000 Personen. Am gestrigen Freitag habe diese Zahl bei 50.000 gelegen, "aber können sich die Dinge rasch verschlimmern in der Ukraine und die Zahlen wieder nach oben gehen".

Über die Flüchtlingsverteilung will die EU-Innenkommissarin am Montag bei einem Sonderrat der EU-Innenminister reden. Der Index könne weiter entwickelt werden, diene aber für eine faire Lastenverteilung, so Johansson. Die EU-Kommission bemühe sich auch die USA, Kanada und Großbritannien in die "Solidaritätsplattform" einzubeziehen. Kanada habe die Aufnahme einer unbegrenzten Zahl von Ukraine-Flüchtlingen in Aussicht gestellt.

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Quelle: Agenturen / Redaktion / lam