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Abwerzger: "Wir haben eine Schlacht verloren, aber nicht den Krieg"

17. Okt. 2022 · Lesedauer 3 min

Tirols FPÖ-Obmann Markus Abwerzger hält ungeachtet der Tatsache, dass seine Partei in der kommenden Legislaturperiode auf der Oppositionsbank landen wird, an seinem Ziel, Landeshauptmann zu werden, fest.

"Ich habe den Wunsch, Landeshauptmann zu werden, nicht aufgegeben", sagte Abwerzger am Montag bei einer Pressekonferenz. Das von ihm vor der Landtagswahl ausgerufene "Duell um Tirol" gegen die ÖVP gehe weiter, bei der Wahl im Jahr 2027 wolle man den Abstand weiter verringern.

"Wir haben eine Schlacht verloren, aber nicht den Krieg", hielt Abwerzger fest und verwies gleichzeitig darauf, dass dies selbstverständlich nur politisch gemeint sei. Die Freiheitlichen hatten bei der Wahl am 25. September mehr als drei Prozentpunkte hinzugewonnen und waren erstmals mit 18,84 Prozent auf dem zweiten Platz hinter der ÖVP gelandet. Eine Regierungsbeteiligung bleibt ihnen jedoch verwehrt, weil ÖVP-Landesparteiobmann Anton Mattle eine Koalition mit der FPÖ von vornherein ausgeschlossen hatte.

"Mattle diskriminiert 19 Prozent der Tiroler Wähler"

Ein Umstand, der bei Abwerzger nach wie vor für Kopfschütteln sorgt und Unverständnis auslöst. "Mattle diskriminiert damit 19 Prozent der Tiroler Wähler. Und zwar wegen rein persönlicher Animositäten", griff der FPÖ-Obmann den schwarzen Frontmann scharf an. Gleichzeitig manifestiere der ÖVP-Chef damit den "Linksrutsch" in der Volkspartei, schließlich hätten wohl auch inhaltliche und gesellschaftspolitische Vorstellungen eine Rolle gespielt und komme Mattle mit der Haltung der FPÖ etwa in Sachen Asyl und Corona nicht klar.

Für die kommende Legislaturperiode sah Abwerzger, der wieder einstimmig zum Klubobmann gewählt worden war, die Freiheitlichen als die bestimmende Kraft in der Opposition. Man strebe mit sieben Mandaten die "Oppositionsführerschaft" an und habe nun aufgrund eigener Stärke viel mehr Instrumente in der Hand. So könnten etwa zehn Abgeordnete einen Untersuchungsausschuss beantragen, zusammen mit der Liste Fritz, die über drei Mandate verfügt, komme man bereits auf diese Anzahl, erinnerte der FPÖ-Obmann. Auch Sondersitzungen des Landtages, für die es ebenfalls zehn Mandatare braucht, werde es zukünftig öfter geben. Mehrmals betonte Abwerzger übrigens vor allem die gute Zusammenarbeit mit der Liste Fritz.

Eine erste politische Duftmarke wird die FPÖ bereits bei der konstituierenden Landtagssitzung kommende Woche setzen. Da werde man Evelyn Achhorner, die wieder zur stellvertretenden Klubobfrau gewählt wurde, als Kandidatin für die Landtagsvizepräsidentin ins Rennen schicken. In anderen Bundesländern sowie im Nationalrat sei es ganz normal, dass das Präsidium nach der Stärke der Parteien besetzt werde. Dies gehöre endlich auch in Tirol etabliert, so Abwerzger und Achhorner unisono. Der FPÖ-Chef appellierte an die wahrscheinliche Koalitionspartei SPÖ, für eine freiheitliche Kandidatin zu votieren. Schließlich habe diese als ehemals zweitstärkste Fraktion, und damals in Opposition, mit Elisabeth Blanik ebenfalls eine Kandidatin nominiert gehabt.

Mattle und Dornauer gehen "Schicksalsgemeinschaft" ein

Kein gutes Haar ließ Abwerzger einmal mehr an den schwarz-roten Koalitionsverhandlern, die sich gerade auf der Zielgerade befinden. Mattle und SPÖ-Chef Georg Dornauer würden wegen ihrer jeweiligen innerparteilichen Schwäche eine "Schicksalsgemeinschaft" eingehen. Hätte er bei der Wahl so wenig dazugewonnen wie Dornauer, würde es ihn zudem gar nicht mehr an der Spitze der Freiheitlichen geben, ließ Abwerzger einen Seitenhieb folgen. Inhaltlich und personell erwartete er von der neuen Koalition wenig, deshalb werde man Stand jetzt auch nicht im Landtag für die Konstellation votieren.

Gehörig Häme ließ der FPÖ-Landesparteiobmann ob so mancher angeblicher Kandidaten für Landesrats-Posten vom Stapel: "Die Position eines Landesrates sollte eigentlich nicht am Beginn einer Berufsausbildung stehen, sondern am Ende".

Dijana DjordjevicQuelle: Agenturen / ddj