Marco Pogo: Könnte mit Frau Biden "wahrscheinlich einen guten Walzer tanzen"

14. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Arzt, Musiker, Kabarettist und Vorsitzender der Bierpartei Dominik Wlazny alias Marco Pogo möchte auf die Liste der Kandidat:innen für die Bundespräsidentenwahl kommen. Im PULS 24 Interview erklärt er, warum.

Er sei "in größtem Respekt vor dem Amtsinhaber" Alexander Van der Bellen, glaubt aber, dass der Präsident "in manchen Situationen ein bisschen zu leise war", sagt Marco Pogo im PULS 24 Interview. Die Aufgabe eines Präsidenten sei es laut dem Sänger der Band Turbobier, "auch mal am Tisch zu hauen und zu sagen: 'Jungs, die Party ist vorbei'". 

Das hätte er sich etwa bei "dieser unsäglichen Situation mit Gernot Blümel (ehemaliger ÖVP-Finanzminister, Anm.) und der Herausgabe von Akten", gewünscht. Auch, dass der Rechnungshof nun eigene Prüfer (zur ÖVP, Anm.) schicken müsse, sei "eigentlich ein totales Novum".

Politische Monokultur "nie gut"

Der Bundespräsident solle sich nicht permanent ins politische Tagesgeschehen einmischen, er solle laut Pogo aber "eine moralische Richtschnur" sein und "deutliche Worte finden, wenn was nicht passt". Eine "klare Positionierung" sei nie schlecht. Außerdem sei Pogo der Meinung, dass eine Monokultur "nie gut" sei, es gehe ihm auch um "demokratische Vielfalt". 

Inhaltlich wollte sich Pogo im PUSL 24 Interview aber noch nicht recht festlegen - er betonte mehrmals, dass er zuerst die 6.000 nötigen Unterstützungserklärungen sammeln müsse, um überhaupt auf der Liste zu landen. 

Erst die Unterstützungen, dann über Kickl diskutieren

Auf die Frage, ob er die Regierung entlassen würde, antwortet der bisherige Lokalpolitiker, dass die Regierung selbst in die Verantwortung treten müsse und sagen: "Das geht sich jetzt nimma aus". Der Bundespräsident habe aber auch "die Entscheidung des Volkes" zu akzeptieren. Über Herbert Kickl (FPÖ) als mögliche Bundeskanzler wolle er auch erst diskutieren, wenn er die Unterstützungserklärungen gesammelt hat. Die Angelobung stehe "ganz am Ende". 

"Glühender Pazifist"

Bezüglich der Ausstattung des Bundesheeres, dessen Oberbefehlshaber er als Präsident wäre, meint Pogo, dass es in Österreich zunächst eine "grundlegende Debatte" über Sicherheit brauche. Man müsse diskutieren, welche Gefahren bestehen und was greifen würde. Er betont etwa den "unbegreiflichen Angriffskrieg" in der Ukraine. In Österreich lege man sich "auf den netten Polster zur Seite, dass wir neutral sind". Nur weil man wegschaue, sei das Problem aber nicht weg, so Pogo. "Schlimmer als keine Sicherheit ist gar keine Sicherheit", sagt er, betont aber, dass er kein Militärexperte und ein "glühender Pazifist" sei. 

Die Kunst als Bundespräsident sei es, "viele Leute ins Boot zu holen", das traue er sich zu. Weil er in der Tanschule war, könne er aber "mit Frau Biden wahrscheinlich auch einen guten Walzer tanzen". 

Häupl und Pogo im Interview bei Milborn

Der Wiener Ex-Bürgermeister und Präsident der Volkshilfe Michael Häupl als auch Marco Pogo (Bierpartei) im Februar im Interview bei PULS 24 Infochefin Corinna Milborn.

Quelle: Redaktion / koa