APA - Austria Presse Agentur

Ausreisetests für Hermagor: Kaiser holt sich Tipps von Platter

02. März 2021 · Lesedauer 2 min

Bei einer 7-Tage-Inzidenz von 664 bereitet man sich in Kärnten auf Ausreisetests für den Bezirk Hermagor vor. Landeshauptmann Peter Kaiser holt sich dafür Informationen aus Tirol.

In Kärnten bereitet man sich auf mögliche Ausreisetests für den Bezirk Hermagor vor. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) kündigte am zahlreiche Maßnahmen im Bezirk an. Ausreisetests seien nur eine davon. Eine zusätzliche Testung sei geplant, weil viele Infizierte auch knapp vor Quarantäne-Ende noch ansteckend waren.

Kaiser forderte von Platter Informationen an 

Mit Dienstag lag die Sieben-Tages-Inzidenz laut Ages im Bezirk Hermagor bei 664, also deutlich über dem Wert von 400, ab dem Ausreisetests verhängt werden sollen. Kaiser sagte, er habe bereits von Landeshauptmann-Kollegen Günther Platter (ÖVP) Informationen über die Maßnahmen, die in Tirol angewendet werden, angefordert. Diese will man am Donnerstag in den Gremien in Kärnten besprechen und an das Gesundheitsministerium weiterleiten, damit dort die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden können.

Fast 80 Prozent kurz vor Quarantäne-Ende noch ansteckend

In Hermagor gelten seit voriger Woche zahlreiche Maßnahmen, um Neuinfektionen - vor allem mit der britischen Virusmutante - unter Kontrolle zu bringen. Eine davon ist, Infizierte zwei Tage vor Ablauf der Quarantäne noch einmal zu testen: "An manchen Tagen hatten wir 60 bis 70, bis hin zu fast 80 Prozent, die noch infektiös wären", berichtete Kaiser, der das auf die britische Virusmutation zurückführt. Er könne sich auch vorstellen, dass solche Tests kärntenweit eingeführt werden: "Auch wenn man dazusagen muss, dass Hermagor mit Abstand die höchste Durchseuchung mit der britischen Virusmutation hat."

Durchimpfungsrate bei über 80-Jährigen hoch

Als positiv hob Kaiser eine hohe Durchimpfungsrate im 18.000 Einwohner zählenden Bezirk hervor. Nach Abschluss der Immunisierung der für eine Impfung angemeldeten Personen in Alten- und Pflegeheimen hätten mit vergangener Woche Donnerstag bereits alle angemeldeten 1.300 der insgesamt 1.500 über 80-Jährigen im Bezirk, die nicht in Heimen wohnen, zumindest ihre erste Teilimpfung bekommen. Man sehe nun, dass es im Bezirk Hermagor nun nicht mehr so schlimme Erkrankungsverläufe gibt. Gut ausgelastet seien auch die Teststationen im Bezirk, "Lieblingszeitpunkt" für Tests sei montags um 8.00 Uhr.

Quelle: Agenturen / lam