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Mali fordert Frankreich zum unverzüglichen Truppenabzug auf

18. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Als Reaktion auf das angekündigte Ende des französischen Militäreinsatzes in Mali hat die Militärjunta des westafrikanischen Krisenstaats einen sofortigen Truppenabzug gefordert. Die Regierung habe Frankreichs einseitigen Abzugsbeschluss zur Kenntnis genommen, erklärte der Sprecher der Interimsregierung in der Hauptstadt Bamako, Abdoulaye Maïga, am Freitag. Dieser Beschluss stelle einen Verstoß der Abkommen zwischen beiden Ländern dar.

Im nationalen TV sagte Maïga: "Angesichts wiederholter Verstöße gegen Verteidigungsabkommen hat die Regierung die französischen Behörden zum unverzüglichen Abzug der Barkhane- und Takuba-Streitkräfte unter Aufsicht der malischen Behörden aufgefordert."

Aufgrund erheblicher Spannungen hatten Frankreich und seine internationalen Partner am Donnerstag ein Ende des Anti-Terror-Kampfs in Mali verkündet. Gleichzeitig sei aber ein weiteres Engagement in der Sahelzone gewollt. Österreich ist in Mali an der UNO-Mission MINUSMA sowie der EU-Ausbildungsmission EUTM mit 81 Soldaten beteiligt. Die EU prüft nun, wie es mit der derzeit vom österreichischen Brigadier Christian Riener geführten EU-Trainingsmission weitergeht.

Auf die Forderung nach einem sofortigen Abzug entgegnete Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dieser geschehe geordnet, um die Sicherheit der UNO-Mission und aller in Mali eingesetzten französischen Kräfte zu gewährleisten. Diese Sicherheit werde er keine Sekunde aufs Spiel setzen, sagte Macron am Freitag in Brüssel. Der Abzug müsse mit Respekt geschehen, denn seit neun Jahren habe Frankreich Mali geholfen und die dortigen Soldaten ausgebildet und ausgerüstet.

In der Sahelzone, die sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt, sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv. Einige haben den Terrorgruppen Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida die Treue geschworen. Die frühere Kolonialmacht Frankreich engagiert sich dort mit derzeit 4.300 Soldaten im Anti-Terror-Kampf.

Quelle: Agenturen