APA - Austria Presse Agentur

Maduro und Guaido gehen in Coronakrise gemeinsam vor

Juni 03, 2020 · Lesedauer 1 min

In Venezuela haben sich Staatschef Nicolas Maduro und sein Widersacher Juan Guaido auf ein gemeinsames Vorgehen in der Coronakrise verständigt. Maduro und Guaido wollen zusammen und unter Beteiligung der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation nach Finanzmitteln zur Bekämpfung des Coronavirus suchen, hieß es in einer am Dienstag im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung.

Die Vereinbarung zwischen dem Präsidenten und dem Oppositionschef ist erstaunlich, da beide seit mehr als einem Jahr in einen erbitterten Machtkampf verstrickt sind. Guaido beansprucht das Amt des Staatschefs für sich. Anfang 2019 rief er sich zum Übergangspräsidenten aus.

Maduro und Guaido legten der Erklärung zufolge auch gemeinsame Prioritäten bei der Bekämpfung der Pandemie fest. Dazu gehöre die angemessene Behandlung von Infizierten. Schon vor Verlesen der Erklärung im Fernsehen hatte Guaidos Team mitgeteilt, dass es einen "Plan der technischen Zusammenarbeit" in der von der Pandemie ausgelösten "humanitären Krise" gebe.

Nach Angaben der venezolanischen Behörden gab es im Land bis Dienstag 1.819 bestätigte Fälle von Coronavirus-Infektionen und 18 registrierte Todesopfer der Pandemie. Experten und Aktivisten vermuten aber, dass die Zahlen deutlich höher liegen.

Quelle: Agenturen