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Lützerath: Klimaaktivisten bauen Tunnelsystem, um Räumung zu umgehen

12. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

In dem besetzten deutschen Braunkohleort Lützerath haben Aktivist:innen ein Tunnelsystem gegraben, um der Räumung zu entgehen.

Lützerath kommt nicht zur Ruhe. Seit zweieinhalb Jahren gibt es dort ein Protestcamp, um gegen den geplanten Abbau von Kohle zu protestieren. Am Mittwoch wurde die Räumung des Camps angeordnet – die Protestierenden wehren sich jedoch weiter. 

Tunnelsystem gegen Räumung

In einem Video verkünden sie am Donnerstag, ein Tunnelsystem gegraben zu haben. Darin zu sehen sind zwei vermummte Personen, die sich offensichtlich unter der Erde befinden. "Ich bin Pinky und ich bin Brain und wir sind hier im Lützerather Tunnel - willkommen", heißt es darin. "Der Tunnel ist eine sehr effektive Verteidigungsform gegen eine Räumung", erklären sie ihr Projekt. Unter der Erde versuchen sie, Zeit zu gewinnen. Um die Räumung auch unterirdisch weiter zu erschweren, wurden etwa Betontüren und andere Hindernisse eingebaut. 

Gefährliche Aktion?

Der Tunnel sei "sehr sorgfältig" gebaut worden. Sofern bei der Räumung aus Zeitdruck "keine schnellen Entscheidungen" getroffen würden, sei das Projekt ungefährlich. Vor der Entfernung mancher Hindernisse müsste in einige Abschnitten beispielsweise erst die Decke gestützt werden. 

Der Tunnel sei nur "ein Mittel zum Zweck", "die befreite Gesellschaft" werde man damit nicht erreichen, gestehen sich die Aktivisten ein. "Wenn wir eine Welt erreichen wollen, in der alle Menschen ein gutes Leben haben können, müssen wir mit Sachen wie Braunkohle aufhören", betonen sie.

Die Polizei hatte am Mittwoch damit begonnen, die besetzte Ortschaft zu räumen. Die Räumung soll die Grundlage dafür schaffen, dass der Energiekonzern RWE die unter dem Ort liegende Braunkohle für die Stromerzeugung abbauen kann.

Protest in ganz Deutschland

Klimaschützer:innen protestieren in diesen Tagen in zahlreichen deutschen Städten gegen die Räumung. Nach Angaben der Klimaschutzbewegung Fridays for Future war am Donnerstag unter anderem ein Protest in München geplant, am Freitag in Hamburg. Am Samstag sollen demnach Menschen aus über 50 Orten gemeinsam nach Lützerath reisen.

Die Polizei ist auf das Video inzwischen aufmerksam geworden und kündigte an, dem Sachverhalt nachgehen zu wollen, heißt es gegenüber deutschen Medien.

Quelle: Redaktion / mbe