Lockdown-Ende Mitte Mai: Die geplanten Öffnungsschritte

23. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

Bund, Länder, Gemeinden und Sozialpartner verkünden am Freitag, wie Österreich ab Mitte Mai wieder schrittweise aus dem Lockdown kommen soll. Für Minister Mückstein haben die Schulöffnungen Priorität. Die Öffnungs-Pressekonferenz verzögert sich voraussichtlich auf 15.30 Uhr.

Kultur, Sport, Gastronomie, Tourismus, überall sollen die Corona-Beschränkungen abgebaut werden. Es soll allerdings schrittweise und mit strengen Auflagen gelockert werden. Noch unsicher ist, ob alle Bundesländer voll mitziehen. Vor allem Wien konnte sich zuletzt Öffnungsschritten auf allen Ebenen gleichzeitig nicht vorstellen. Als besonderer Problemfall könnte sich auch Tirol entpuppen. Dort breitet sich eine Corona-Fluchtmutante aus, gegen die die Impfungen nur eingeschränkt wirken sollen. Vorerst versucht man, die Verbreitung über das Land hinaus mit einer Verlängerung der Ausreisetests unter Kontrolle zu bringen.

Öffnung im Mai: Kaltenbrunner analysiert bisherige Informationen

PULS 24 Chefredakteur Stefan Kaltenbrunner analysiert bei PULS 24 Anchorwoman Alina Marzi die bisherigen Informationen zu den geplanten Öffnungsschritten im Mai.

Diese Maßnahmen stehen laut PULS 24-Informationen im Aufsperr-Plan:

  • Geplant ist, mit 19. Mai großflächig zu öffnen
  • Bei der Gastro-Öffnung steht eine Sperrstunde ab 22 Uhr im Raum
    • Es sollen nicht mehr als vier Personen aus maximal zwei Haushalten (plus Kindern) gleichzeitig an einem Tisch sitzen dürfen
    • Masken- und Registrierungspflicht soll gelten
    • Zwischen den Tischen soll es größere Abstände geben
  • Ähnliche Regelungen sind im Tourismus vorgesehen
  • Kultur- und Veranstaltungsbereich soll geöffnet werden
  • Bei Veranstaltungen, vor allem im Kultur- und Sportbereich, werden die Kapazitäten wohl zumindest indoor nur zur Hälfte genützt werden können. 
  • Bei Events - sowohl im Sport- als auch im Kulturbereich - wird es keine Bewirtung geben
  • Der "Grüne Pass" dürfte erst Ende Mai als Eintrittskarte genützt werden können.
  • Zutrittstests gelten hier als gesichert, spekuliert wird auch über eine FFP2-Maskenpflicht. 

Offiziell verkündet werden sollen die Lockerungsschritte am Freitagnachmittag bei einer Pressekonferenz. Geplant war diese für 14 Uhr, sie verzögert sich und wird vorraussichtlich um 15.30 Uhr stattfinden - PULS 24 überträgt diese live.

Mahrer will bei Öffnungen den "Sack zu machen"

Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer, gibt im Vorfeld sein Statement zu den erwarteten Öffnungsschritten ab.

Die Öffnungsschritte sollen dann einige Wochen beobachtet werden. Ist die Entwicklung günstig, könnten im Juni weitere Lockerungen kommen. Erst dann ist etwa die Öffnung von Fitnessstudios eine Option. Die Nachtgastronomie wird wohl noch länger warten müssen.

Die Öffnungskommission tritt um 11 Uhr im Bundeskanzleramt zusammen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne), Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP), die Landeshauptleute und die Sozialpartner finalisieren mit vier Experten die Pläne, bevor sie am frühen Nachmittag bekanntgegeben werden. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) meinte Donnerstagabend im Parlament, innerkoalitionär sei man "mehr oder weniger fertig", darüber hinaus seien aber noch Abstimmungen nötig.

Mückstein: Schulöffnung hat Priorität

Der Schutz der Intensivstationen vor Überlastung sei ihm wichtig, betonte auch Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein in seinem Interview mit Thomas Mohr im PULS 24 Newsroom LIVE am Donnerstagabend. Auch die Schulöffnung habe Priorität. 

Fluchtmutante als Öffnungs-Bremse?

Die nationale Durchimpfung hat Fahrt aufgenommen, aber eine zunehmend auftretende Fluchtmutante des Corona-Virus könnte die Lockerungen bremsen. Die Corona-Ampelkommission prognostizierte am Donnerstag eine stabile Entwicklung der Fallzahlen. Für Vorarlberg, der Testregion für Öffnungsschritte wird ein weiter steigender Trend erwartet. Die Ampel bleibt bundesweit weiter rot, also auf sehr hohem Risiko. Thema der Sitzung war auch eine relativ neue besorgniserregende Variante, die sich in Tirol ausbreitet - B.1.1.7+E484K. Mehr als 1.800 Fälle dieser Mutation, gegen die Impfungen vermutlich deutlich weniger effektiv sind, wurden das Bundesland betreffend sequenziert. Tirol verlängerte am Donnerstag die Einreisetestpflicht bis 5. Mai. Im Rest des Landes gibt es bisher nur Einzelfälle. 

Science Buster Martin Moder zur Fluchtmutante B1.1.7+E484K

Molekularbiologe und Science Buster Martin Moder erklärt anschaulich, warum die Fluchtmutante B1.1.7 +E484K so gefährlich ist und zu schwereren Verläufen bei einer Covid-Erkrankung führt.

Tirol hat höchste Neuinfektionszahl

Während in Österreich Öffnungsschritte geplant werden, könnte eine neue Virusmutation aus Tirol die Pläne bremsen. Reinfektionen und Impfdurchbrüche werden befürchtet.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam/moe