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Letzter tschechischer KP-Chef vor der Wende 1989 gestorben

14. Juli 2020 · Lesedauer 1 min

Milos Jakes, der letzte Chef der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KSC) aus der Zeit vor der Wende 1989, ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Das meldete der tschechische TV-Sender "CNN Prima News" am Dienstagabend, ohne den Tag des Todes von Jakes zu nennen. Am Dienstag habe die Bestattung im Prager Krematorium stattgefunden.

Jakes stand an der KP-Spitze in der Zeit der sogenannten "samtenen Revolution" vom November 1989. Als KSC-Generalsekretär war er damals der praktisch mächtigste Mann im Land. Jakes zählte zu jenen konservativen KP-Funktionären, die den Einmarsch von Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei im August 1968 befürworteten. Mit der Invasion wurde die damalige als "Prager Frühling" bekannte Demokratie-Bewegung niedergeschlagen.

Kurz nach dem Fall des Kommunismus 1989 wurde Jakes aus der KP ausgeschlossen. Trotzdem bekannte er sich weiterhin zu den kommunistischen Ideen und besuchte jedes Jahr die 1.Mai-Veranstaltungen der tschechischen kommunistischen Nachfolgepartei (KSCM) in Prag, wo er ansonsten praktisch in Vergessenheit lebte.

Quelle: Agenturen