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Gewessler will "Überholspur" für Windräder im Westen Österreichs

13. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) will den westlichen Bundesländern Druck machen. Noch steht kein einziges Windrad in Vorarlberg, Tirol und Salzburg. Nun kündigt die Ministerin an, die Umweltverträglichkeitsprüfung vorziehen zu wollen, noch bevor die Widmung fix ist.

Bis Jahresende soll die Abhängigkeit von russischem Erdgas von 80 auf 70 Prozent gesenkt werden, definierte Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) im "Ö1 Morgenjournal" und danach in einer Pressekonferenz. Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) ist finalisiert und geht in Begutachtung.

Ein wichtiger Schritt für mehr Energieunabhängigkeit ist auch der  Ausbau der erneuerbaren Energien. Gerade im Westen Österreichs steht aber noch kein einziges Windrad. Hier will Gewessler ansetzen und die Vorgänge in Vorarlberg, Tirol und Salzburg beschleunigen.

"'Windrad ja, aber nicht bei uns', geht sich nicht mehr aus", sagte die Ministerin. Sie will gegen Blockaden durch fehlende Energieraumprüfungen und Doppelgleisigkeiten bei Verfahren beseitigen. Eine fixen Zeitplan gebe es aber noch nicht. Alpine Windparks seien etwas ganz Normales in Österreich.

Gewessler will Windräder auch im Westen

Windräder: 95 Prozent im NÖ, Stmk, Bgld

"Auch Niederösterreich, Burgenland und Steiermark haben ein Landschaftsbild", nahm Gewessler auf ein immer wieder vorgebrachtes Argument gegen Windräder der westlichen Bundesländer Bezug. Mit der Ungleichbehandlung müsse Schluss sein. Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG-Windkraft, rechnete vor, dass 95 Prozent aller Windräder in Niederösterreich, dem Burgenland und Steiermark stehen. 

"Neue Wege" für mehr Windräder

Bei Windparks soll es in Zukunft möglich sein, bereits in die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu gehen, bevor eine Flächenwidmung vorliegt. Damit soll die Verfahrensdauer zum Bau von Windparks verkürzt werden. Gewessler bezeichnete das als "Überholspur" für diese Verfahren. Wenn Bundesländer Windparks nicht planen, "dann find ich's OK und notwendig,  dass man neue Wege sucht". Es sei nicht in Ordnung "alles doppelt und dreifach zu prüfen und die Betreiber jahrelang in Warteschleife zu schicken". 

Marianne LamplQuelle: Agenturen / Redaktion / lam