APA - Austria Presse Agentur

Lehrer zufrieden mit Schulkonzept, Eltern teils skeptisch

02. Feb 2021 · Lesedauer 3 min

Eltern und Lehrer haben auf den Plan, Schüler nach den Semesterferien wieder in die Klassen zurückzuholen, erfreut reagiert.

Weniger Einigkeit gibt es bei der konkreten Ausgestaltung: Nur Kinder und Jugendliche, die in der Schule einen Antigen-Selbsttest durchführen, dürfen am Präsenzunterricht teilnehmen, die anderen müssen sich den Stoff daheim erarbeiten. Für die Lehrer ein stimmiges Konzept, die Pflichtschul-Elternvertretung fordert Fernunterricht statt Selbststudium.

"Wir plädieren immer für Freiwilligkeit", betont Sprecherin Evelyn Kometter, Sprecherin des Dachverbands der Elternvereine an öffentlichen Pflichtschulen, im APA-Gespräch. Es sei legitim, dass Präsenzunterricht nur für getestete Schüler angeboten wird. Allerdings müsse es für jene, die den Test verweigern, mehr geben als Arbeitsaufträge und die Möglichkeit, sich von vom Unterricht freigestellten Pädagogen unterstützen zu lassen. Kometter fordert für diese weiterhin Distance-Learning-Angebote durch die Lehrer der jeweiligen Klasse. Immerhin sei jedes Yogastudio dazu in der Lage, Livestreams anzubieten.

Betreuung von Zehn- bis 14-Jährigen gefordert

Sie pocht außerdem auf Betreuung für die Zehn- bis 14-Jährigen an jenen Tagen, an denen sie keinen Präsenzunterricht haben. Gerade Familien mit mehreren Kindern, die vielleicht an unterschiedlichen Tagen in der Schule seien, stünden sonst vor Betreuungsproblemen. Skeptisch zeigt sie sich auch bezüglich des Freitags als Distance-Learning-Tag für alle, hier werde stellenweise die Internetverbindung zusammenbrechen, wenn das Netz nicht ausreichend ausgebaut sei.

Zumindest jene Schüler, die Probleme mit dem Lernstoff haben, müssten an diesem Tag für Förderunterricht an die Schule kommen dürfen, fordert sie. Wenn die Gesundheit der Schüler nicht gefährdet werden solle, brauche es außerdem neben Test- und Sicherheitskonzepten an den Schulen endlich ausreichende Kapazitäten in den öffentlichen Verkehrsmitteln wie z.B. Schulbussen.

Lehrervertreter dank Teststrategie zuversichtlich

Für den obersten Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG) birgt die Rückkehr in den Präsenzunterricht zwar u.a. wegen der schwer einschätzbaren Auswirkungen der Virusmutationen ein gewisses Risiko, angesichts der neuen Teststrategie könne man dieses aber eingehen. Auch die Testverpflichtung sei in diesem Zusammenhang nachvollziehbar. Probleme erwartet er in der Praxis keine, selbst Volksschüler könnten die Nasenvorraumtests leicht bei sich anwenden. Er glaubt auch, dass viele Lehrer diese selbst für eine zweite Testung pro Woche nutzen werden, hier habe es bereits in der Vergangenheit viele Anfragen gegeben. Kimberger rechnet außerdem damit, dass auch viele Pädagogen trotz Berufsgruppentestung freiwillig FFP2-Maske tragen werden, vielfach sei das schon jetzt der Fall.

Funktionierende Testlogistik wichtig für sicheren Schulbetrieb

Wichtig sei für einen sicheren Schulbetrieb, dass die Testlogistik auch wirklich funktioniert. Probleme wie bei der ersten Tranche, als teilweise keine, zu wenige oder fehlerhafte Testkits in den Schulen angekommen sind, dürften nicht mehr vorkommen. Außerdem fordert der Gewerkschafter, dass Lehrern so schnell wie möglich ein Impfangebot gemacht werden soll. "Die Impfung ist das Mittel, um im Bildungsbereich den Weg aus der Krise herauszufinden."

Auch an den AHS und BHS werden Rückkehr in die Schulen, Teststrategie und FFP2-Maskenpflicht an den Oberstufen begrüßt, wie AHS-Direktorensprecherin Isabella Zins betont. Sie geht im Gespräch mit der APA davon aus, dass auch mit der Neuregelung die flexiblen Möglichkeiten des Schichtbetriebs für die Oberstufen erhalten bleiben werden. Die dortigen Schüler sind bereits seit den Herbstferien grundsätzlich im Schichtbetrieb, sollten allerdings nach den bisherigen Plänen nach den Ferien klassen-, gruppen- oder jahrgangsweise in die Klassen geholt werden können.

Quelle: Agenturen