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Lecks an Pipelines: Habeck will nicht über Ursache spekulieren

27. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Lecks in den Ostseepipelines Nord Stream 1 und 2 gehen nach Einschätzung des deutschen Wirtschaftsministers Robert Habeck auf gezielte Angriffe zurück.

Man wisse inzwischen sicher, "dass sie nicht durch natürliche Vorkommnisse oder Ereignisse oder Materialermüdung entstanden sind, sondern dass es wirklich Attacken auf die Infrastruktur gegeben hat", sagte der Grünen-Politiker am Dienstag bei einer Veranstaltung von Spitzenverbänden der Wirtschaft.

Zwei AKWs laufen über Winter weiter

Habeck unterstrich auch, dass er mit einem Weiterbetrieb der beiden süddeutschen Atomkraftwerke Isar II und Neckarwestheim über das Jahresende hinaus rechne. Wenn sich die Daten zum Stromnetz nicht gravierend änderten, "dann werden diese AKW auch ab Jänner weiterlaufen, bis der Winter vorbei ist", sagte der Minister unter Beifall. Habeck hatte zuvor mitgeteilt, dass er eine entsprechende Einigung mit den AKW-Betreibern erzielt habe.

Habeck: Wirtschaft in der Energiekrise unterstützen

Habeck will zudem die Wirtschaft in der Energiekrise massiv unterstützen. Die Energiepreise müssten runter, aber dies werde "nicht ganz schnell gelingen". Erforderlich sei ein massiver finanzieller Einsatz: "Wir brauchen jetzt genug Geld, dass die wirtschaftliche Substanz in Deutschland nicht zerstört wird." Aber er verspreche nicht, dass jeder Gewinnverlust ausgeglichen werde. Es gehe um den Erhalt der volkswirtschaftlichen Substanz. Dabei dürfe man "finanzpolitisch jetzt nicht zu knauserig sein".

Das gelte auch für die eigentlich ab Oktober geltende Gasumlage, sagte Habeck. Wenn man Geld finde, schöpfe oder aufnehme für eine alternative Finanzierung, "dann ist es mir natürlich lieb, wenn diese Finanzierung genommen wird".

Keine Erdbeben oder Erdrutsche

Einem Seismologen zufolge hängt die registrierte seismische Aktivität am Ort der Nord-Stream-Pipeline-Lecks mit Explosionen zusammen. Die seismischen Daten machten es klar, dass die Explosionen im Wasser und nicht im Gestein unter dem Meeresboden stattfanden, sagt Bjorn Lund, Seismologe am Schwedischen Nationalen Seismischen Netzwerk der Universität Uppsala. So könne es sich um keine Erdbeben oder Erdrutsche handeln.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz