Langfrist-Budgetprognose hat sich verschlechtert
Die demografieabhängigen Ausgaben - Pensionen, Gesundheit, Pflege, Bildung und Familienleistungen - betrugen 2024 31,2 Prozent des BIP und stiegen 2025 auf 31,8 Prozent. In den kommenden 35 Jahren werden die Ausgaben aufgrund der Alterung unserer Gesellschaft weiter auf 34,6 Prozent des BIP wachsen, so die Prognose des Finanzministeriums, die auf einer Studie des Österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung (WIFO) basiert. Die demografieabhängigen Ausgaben erreichen damit einen Anteil von durchschnittlich rund 59 Prozent der Gesamtausgaben. Ausschlaggebend für den Anstieg sind vor allem die Bereiche Gesundheit, Pflege (jeweils plus 1,3 Prozent des BIP) sowie Pensionen (+0,6). Dagegen sind die Ausgaben für Bildung und Familie im Prognosezeitraum 2025-2060 auf Grund demografischer Effekte leicht rückläufig.
Bei den Pensionsausgaben hält die Ausgabendynamik besonders bis zum Jahr 2035 an, von derzeit 15,2 Prozent auf 15,9 Prozent des BIP. Ab 2040 sollen die Pensionsausgaben dann wieder etwas sinken, weil da die Generation der "Baby Boomer" bereits im Pensionsalter ist, heißt es in dem ans Parlament übermittelten Bericht. Für 2060 werden Pensionsausgaben in Höhe von 15,8 Prozent des BIP prognostiziert.
Die Gesamtausgaben des Staates steigen laut dem Bericht bis 2060 auf 58,6 Prozent des BIP. Dramatisch steigt daher auch die Schuldenquote, die laut dem aktuellen Basisszenario in 35 Jahren auf 148,2 Prozent des BIP steigen wird. Das ist um 27,4 Prozentpunkte des BIP höher als die 120,8 Prozent, die man noch in der Langfristprognose 2022 erwartet hatte. Die höhere Schuldenquote in der aktuellen Prognose ist dabei nicht nur auf einen absolut höheren Schuldenstand, sondern auch auf ein niedrigeres nominelles BIP zurückzuführen. Ein wesentlicher Faktor für die steigende Schuldenquote sind die damit einhergehenden höheren Zinsausgaben. Diese sollen laut Prognose bis 2060 um 3,6 Prozent des BIP steigen. Der Maastricht-Saldo verschlechtert sich gemäß Prognose von -2,8 Prozent 2029 stetig auf -7,4 Prozent 2060.
Das Finanzministerium erstellt in seinem Bericht auch einige Alternativszenarien: So würde die Schuldenquote ohne die bisher gesetzten und geplanten Konsolidierungsmaßnahmen bis 2060 auf mehr als 250 Prozent des BIP steigen.
Zusammenfassung
- Die langfristige Budgetprognose des Finanzministeriums rechnet bis 2060 mit einer Schuldenquote von 148,2 Prozent des BIP, was deutlich schlechter ist als noch vor drei Jahren erwartet.
- Demografieabhängige Ausgaben wie Pensionen, Gesundheit und Pflege steigen laut Prognose von 31,2 Prozent (2024) auf 34,6 Prozent des BIP (2060), während Bildung und Familienleistungen leicht rückläufig sind.
- Der Maastricht-Saldo verschlechtert sich bis 2060 auf -7,4 Prozent, und ohne Konsolidierungsmaßnahmen würde die Schuldenquote sogar auf über 250 Prozent steigen.
