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Landbauer sieht sich vor NÖ-Wahl in Duell mit Mikl-Leitner

22. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

Anspornt von aktuellen Umfrageergebnissen sieht sich FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer eine Woche vor der Landtagswahl in Niederösterreich in einem Duell mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Es gehe "um ÖVP oder FPÖ", betonte der Landesparteichef der Freiheitlichen. Koalitionsspekulationen hinsichtlich Blau-Rot seien "reine Panikattacken und Nebelgranaten einer abgehobenen Altpartei", sagte er in Richtung ÖVP, die wiederum per Aussendung konterte.

Es gehe nicht "um das Wohlfühlprogramm für eine absolut herrschende ÖVP, sondern um das Wohlergehen unserer Landsleute", so Landbauer. Das Match Volkspartei gegen Freiheitliche lautet für den FPÖ-Politiker "korrupt oder sauber" bzw. "teuer oder gerecht".

Was nun zähle, sei "eine Koalition mit der Bevölkerung". Nur wer bereit sei, "das Asylchaos zu stoppen, die Korruption zu zerschlagen und die Preisexplosion zu bekämpfen, kann ein Partner sein". Dass die ÖVP nun kurz vor der Wahl Panik schiebe und um Macht, Posten und Einfluss bange, sei "völlig berechtigt". Die Volkspartei habe in den vergangenen fünf Jahren "das Vertrauen der Bevölkerung verspielt", der 29. Jänner werde zum "Zahltag für Mikl-Leitner".

Das Duell Blau-Rot gegen die Volkspartei wurde zuletzt immer wieder von der ÖVP ins Treffen geführt. Auch am Sonntag äußerte sich Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner in einer Aussendung in diese Richtung. Landbauer wolle Mikl-Leitner "entsorgen", SPÖ-Spitzenkandidat Franz Schnabl wolle sich mit den Freiheitlichen "zusammentun".

Gesondert wandte sich Ebner an FPÖ-Bundesparteichef Herbert Kickl, der die Landesgruppe der Blauen bei zahlreichen Wahlkampfauftritten unterstützt. "Für Herbert Kickl ist Niederösterreich nicht Heimatland, sondern Feindesland und das, obwohl er in Purkersdorf wohnt. Er will den Krieg nach Niederösterreich tragen - Herr Kickl, wir sind nicht im Krieg", sagte der Parteimanager. Ebner verwies in der Aussendung auch auf eine im Auftrag der ÖVP durchgeführte Umfrage, die die Volkspartei bei 40 bis 41 Prozent sehe. FPÖ und SPÖ kämen demnach gemeinsam auf 45 Prozent.

Unter der 40-Prozent-Marke rangiert die ÖVP in einer aktuellen OGM-Umfrage für den "Kurier". Diese sieht Mikl-Leitner und Co. bei 37 Prozent. Der FPÖ wird mit 26 Prozent das stärkste Ergebnis bei Landtagswahlen in Niederösterreich prognostiziert, die SPÖ würde auf 23 Prozent kommen und ein leichtes Minus einfahren (2018: 23,92 Prozent). NEOS kämen auf sieben, Grüne auf sechs Prozent.

Abseits der Umfragen forderte SPÖ-Landesgeschäftsführer Wolfgang Kocevar indes von den anderen Parteien, "endlich ihre Themen in den Vordergrund zu stellen". Als zu lösende Problemfelder genannt wurden in einer Aussendung Teuerung, Kinderbetreuung, flächendeckende ärztliche Versorgung sowie leistbares Wohnen. "Wir rufen jedenfalls zu einer Wahlkampfwoche der besten Ideen auf und alle Parteien können sich aufgefordert sehen, sich uns anzuschließen, ohne wild um sich zu schlagen oder pausenlos Schreckensszenarien zu trommeln."

Quelle: Agenturen