APA - Austria Presse Agentur

"Kurzsichtig": Kickl erwidert Hofer-Kritik

25. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

In der FPÖ-Spitze rumort es weiter: Nach Kritik von Obmann Norbert Hofer an -Klubchef Kickl, warf dieser ihm am Dienstag eine "kurzsichtige Fehlinterpretation" vor. Sein eigenes Verhalten beurteilt er als verantwortungsbewusst, strategisch richtig und vorausschauend.

Seitdem Herbert Kickl Mitte Mai damit aufhorchen ließt, dass er als Spitzenkandidat der FPÖ "zur Verfügung" stehe, streiten sich der FPÖ-Klubchef und -Obmann Norbert Hofer medial. Am Samstag kritisierte Hofer Kicks Vorgehen und das Timing seiner Aussage als "unglücklich" und "handwerklich nicht sehr geschickt" in der "Krone".

Die Replik kam am Dienstag im "Ö1 Morgenjournal", bei dem Kickl per Telefon zugeschaltet wurde: "Das finde ich interessant, dass eine ehrliche Antwort auf die Frage, ob man zur Verfügung stehen würde, für manche in diesem Land ein Kulturschock ist. Ich gehe davon aus, dass man in der Politik richtig damit beraten ist, wenn man sagt, was man tut und dass man tut, was man sagt. So habe ich das immer gehalten."

"Kurzsichtige Fehlinterpretation"

Dass ihm sein Parteichef einen unglücklichen Zeitpunkt für seine Aussagen vorwarf, lässt der Klubchef nicht gelten. Es sei "eine kurzsichtige Fehlinterpretation" von Norbert Hofer. Nähme man eine allgemeine Lagebeurteilung vor,  "dann kommt man zum Ergebnis, dass es in Wahrheit falsch wäre, wenn man sich diese Frage" - die nach der Führungsposition in der FPÖ nämlich - "nicht stellt". "Ich glaube, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ist verantwortungsbewusst, es ist strategisch richtig und es ist vor allem vorausschauend." 

Loho analysiert den Machtkampf innerhalb der FPÖ

PULS 24 Reporterin Sabine Loho analysiert Herbert Kickls neueste Kritik an FPÖ-Chef Norbert Hofer und dessen Einstellung zum "Grünen Pass".

Vier-Parteien-Regierung

In der Vorwoche widersprachen sich die Parteikollegen auch in der Frage einer möglichen Vier-Parteien-Regierung aus FPÖ, SPÖ, NEOS und den Grünen. Kickl brachte diese ins Spiel. Er argumentierte, damit, den "Normalzustand" wieder herstellen zu wollen. "Österreich ist nicht Hohenems", konterte Hofer dazu in Anspielung auf die dortige blau-grüne Koalition. Dem könne der nichts abgewinnen: "Ich bin kein Freund einer Regierungszusammenarbeit mit den Grünen."

Quelle: Redaktion / lam