APA - Austria Presse Agentur

Kickl zu möglicher Kandidatur als FPÖ-Chef: "Ich bin ordentlich motiviert"

18. Mai 2021 · Lesedauer 4 min

FPÖ-Chef Norbert Hofer hat auf die Ansage seines Klubobmanns Herbert Kickl, dieser würde als Spitzenkandidat "zur Verfügung" stehen, zurückhaltend reagiert. Tirol und Salzburg zeigen offen Sympathien für einen Wechsel an der Spitze, die meisten Länder sind zurückhaltend.

Kickl als Spitzenkandidat der FPÖ? Dies werde entschieden, wenn es Wahlen gibt, hieß es aus Norbert Hofers Büro.

Kickl hatte zuvor im Interview mit "oe24.TV" zu einer möglichen Spitzenkandidatur gesagt: "Natürlich würde ich zur Verfügung stehen." Zuletzt hatte Parteiobmann Norbert Hofer betont, auf jeden Fall als Listenerster bei einer allfälligen Neuwahl anzutreten. "Über Kandidatenlisten wird gesprochen, sobald es Wahlen gibt", lautete nun der knappe Kommentar Hofers dazu gegenüber der APA.

"Ich bin natürlich motiviert, einen Beitrag zu leisten, dieses Land wieder in eine Situation zu bringen, wo nicht der Schwanz mit dem Hund wedelt", sagte Kickl zur Möglichkeit, selbst FPÖ-Spitzenkandidat zu werden. Diese Entscheidung werde aber "als letzte Entscheidung fallen, um ein Optimum vor dem Hintergrund der jeweiligen strategischen Überlegungen herauszuholen".

Kickl: "Bin gut im Saft"

Am Dienstag bekräftigte Kickl seine Bereitschaft in einer Pressekonferenz. Er sei immerhin Klubobmann einer Partei, daher sei es naheliegend, Ja zu einer Spitzenkandidatur zu sagen. "Ich bin gut im Saft, ich bin ordentlich motiviert", so Kickl. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) "hätte eine Riesenfreude, wenn er es mit mir zu tun bekommt". Die derzeitige Arbeitsteilung in der FPÖ mit Hofer habe man außerdem auch deswegen gefunden, damit sich dieser auf seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl vorbereiten könne.

Mehrheit der Landeschefs zurückhaltend

Zumeist mit Zurückhaltung haben die freiheitlichen Landesparteichefs die Frage nach der Spitzenkandidatur bei einer allfälligen Neuwahl beantwortet. So wollte sich gegenüber der APA niemand eindeutig äußern, ob Bundesparteichef Norbert Hofer oder Klubobmann Herbert Kickl als Listenerster ins Rennen gehen sollte. Die Frage stelle sich erst kurz bevor gewählt wird, lautete der Tenor gegenüber der APA am Dienstag. In Tirol und Salzburg zeigte man allerdings offen Sympathien auch für Kickl.

Svazek (Salzburg): Kickl hat das "handwerkliche Zeug"

In Salzburg ließ Landesparteiobfrau Marlene Svazek am Dienstag im APA-Gespräch recht deutlich eine Präferenz durchklingen. "Ich begrüße, dass Herbert Kickl als Spitzenkandidat zur Verfügung steht. Er hat das handwerkliche Zeug dazu". Sie sehe es grundsätzlich positiv, wenn man aus mehreren Kandidaten auswählen könne. "Hofer übt als dritter Nationalratspräsident bereits ein präsidiales Amt aus. Vielleicht wäre das eine gute Vorbereitung für andere Wahlen", spielte sie auf die 2022 anstehenden Bundespräsidentenwahlen an. Tatsächlich stelle sich die Frage, wen die FPÖ als Spitzenkandidat ins Rennen schicke, vor einer Neuwahl aber nicht. "Und ich halte Neuwahlen in absehbarer Zeit für nicht sehr wahrscheinlich", betonte Svazek.

Abwerzger (Tirol) kann sich Kickl als Chef vorstellen

Der Tiroler FPÖ-Landeschef Markus Abwerzger kann sich Kickl "prinzipiell sehr gut" als Spitzenkandidat vorstellen. Dieser habe "in der Vergangenheit bewiesen, dass er ein guter FPÖ-Spitzenrepräsentant ist". Derzeit stelle sich die Frage nach der Spitzenkandidatur aber nicht, merkte Abwerzger gegenüber der APA an. Wer schlussendlich in eine allfällige Wahl gehe, werde sich zeigen. Man habe in der FPÖ ja "das Glück, dass es sehr viele gute Kandidaten gibt". Er könne und wolle sich deshalb auch noch nicht festlegen. "Die Frage, ob ich mir Herbert Kickl als FPÖ-Spitzenkandidaten vorstellen kann, würde ich aber mit einem klaren 'Ja', meinte Abwerzger.

Vier-Parteien-Regierung

Als Alternative zu einer Neuwahl hatte Kickl zudem eine Vier-Parteien-Regierung aus FPÖ, SPÖ, NEOS und Grünen als Möglichkeit ins Spiel gebracht. Mit Rache am ehemaligen Regierungspartner ÖVP habe das nichts zu tun, "sondern mit dem Herstellen eines Normalzustandes". "Österreich ist nicht Hohenems", meinte Hofer dazu in Anspielung auf die dortige blau-grüne Koalition. Dem kann Hofer nichts abgewinnen: "Ich bin kein Freund einer Regierungszusammenarbeit mit den Grünen."

 

 

Quelle: Agenturen