APA - Austria Presse Agentur

Kritik an Gagen für Musiker bei 100-Jahre-Burgenland-Feier

17. Aug 2021 · Lesedauer 3 min

Cari Cari-Musiker Alexander Köck kritisierte bei den Feierlichkeiten die schlechte Bezahlung der Musiker. Landeshauptmann Doskozil musste reagieren, die Gewerkschaft gibt sich damit nicht zufrieden.

Bei den Feierlichkeiten zur Landesausstellung "100 Jahre Burgenland" auf der Burg Schlaining traten Alexander Köck und Stephanie Widmer (Cari Cari) auf. Sie sind eine international erfolgreiche Band aus Mörbisch am See - und sorgte für gehörig Aufsehen.

"Ich möchte mich bei allen bedanken, aber ich möchte trotzdem etwas sagen. Ich habe mitbekommen, dass die Damen und Herren da drüben im Orchester heute 30 Euro fürs Spielen bekommen. Ich finde das in einem Kulturland Burgenland, bei '100 Jahre Burgenland', in einem sozialdemokratischen Land beschämend, ich finde es besonders beschämend nach Corona, und noch beschämender finde ich es, wenn man weiß, dass während Corona genug Geld dafür da ist, dass es zwei Intendanten bei den Seefestspielen Mörbisch gibt", sagte Köck bei einer Rede. 

Alfons Haider debattierte

Alfons Haider, der den Abend moderierte und sich eben noch für Gagen bei den Seefestspielen Mörbisch rechtfertigen musste, lieferte sich schließlich auf der Bühne ein Wortgefecht mit dem Musiker. Bei dieser Feierlichkeit moderierte Haider allerdings ohne Honorar, wie der "Standard" berichtet.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil war einige Minuten später nach dem Auftritt von Opus schon gefasster und versprach, sich des Gagenthemas persönlich anzunehmen. "Ich möchte alle erinnern, dass wir vor der Friedensburg stehen, dass das Burgenland durch das große Gemeinsame gewachsen ist. Es ist vielleicht unangenehm, eine andere Meinung zu hören, es war vielleicht störend, aber trotzdem – deshalb stehen wir auch hier, deshalb feiern wir die 100 Jahre, deshalb schauen wir auch zurück. Muss man andere Meinungen akzeptieren, trotzdem muss man sich mit anderen Meinungen auseinandersetzen. Und in diesem Fall werde ich mich persönlich mit dieser Situation auseinandersetzen."

Doskozil reagierte

Nach der Veranstaltung gab es dann sogar eine offizielle Stellungnahme des Landeshauptmanns: "Für die Kultur Burgenland ist es selbstverständlich, künstlerisches Engagement und Leistung entsprechend zu honorieren und gebührende Wertschätzung entgegenzubringen. Alle Auftritte wurden auf Basis gemeinsam vereinbarter Verträge fixiert und darüber hinaus individuelle Unkostenbeiträge geleistet." 

Für die Gewerkschaft "younion" ist die Debatte damit aber nicht beendet. Derzeit werde darüber diskutiert, dass Musiker beim Festakt "100 Jahre Burgenland" am vergangenen Samstag für ihren Auftritt lediglich 30 Euro Lohn bekommen hätten. Das Problem sei aber nicht nur ein regionales, sondern auch ein nationales, hieß es in einer Aussendung. Gerade in Zeiten der Coronakrise gehe man davon aus, dass vielerorts ähnliche Praktiken herrschen würden.

Quelle: Agenturen / Redaktion / koa