APA - Austria Presse Agentur

Kriminalität brach 2020 ein, häusliche Gewalt stieg

18. März 2021 · Lesedauer 2 min

Klassische Verbrechen nehmen ab, Cyberkriminalität und häusliche Gewalt zu: Die Corona-Pandemie wirkt sich auch bei Verbrechen aus, wie das Innenministerium am Donnerstag bei der Präsentation der Kriminalzahlen von 2020 erklärte.

Cyber-Crime ist mit weit über 35.000 Delikten im Jahr 2020 vom Orchideen- zum Hauptthema geworden, klassische Verbrechen hingegen nahmen durch die Corona-Krise ab. Die Pandemie hatte deutliche Auswirkungen auf die häusliche Gewalt. Das geht aus der Kriminalstatistik des Jahres 2020 hervor, die Innenminister Karl Nehammer (ÖVP), Franz Ruf, der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, und der Direktor des Bundeskriminalamts, Andreas Holzer.

Sozialbetrug deutlich gestiegen

Die Verbrechensrate sinkt in Österreich seit Jahren, durch die Pandemie aber ganz besonders. 2020 gingen Verbrechen um elf Prozent zurück. Die Kriminellen sind aber zunehmend online tätig. Drogenhandel, Kinderpornographie, Online-Kindesmissbrauch und ähnliche Verbrechen haben um 25 Prozent zugenommen. Das Bundeskriminalamt reagiert darauf mit neuen Ermittlungsgruppen. 

Durch die Pandemie stiegen die Fälle von Betrug bei Sozialhilfen um 70 Prozent. Bei der Gewaltkriminalität nahmen die Fälle um acht Prozent ab. In 70 Prozent der Fällen kannten sich Täter und Opfer, Gewalttaten sind meist auch Beziehungstaten. 

Häusliche Gewalt nimmt zu

2020 nahm die Polizei 9.700 Wegweisungen vor, um 1.500 mehr als im Jahr davor. Insgesamt nahm die Gewalt zuhause um 13 Prozent zu. Ein Zustand, vor dem auch Sozialexperten seit Monaten warnen. Es wird befürchtet, dass die Dunkelziffer noch viel höher ist, weil durch die ständige Anwesenheit der gewalttätigen Partner viele Opfer keine Chance sehen, die Vergehen zu melden. 

Während Einbrüche in Wohnungen abnahmen, weil die Bewohner durch den Lockdown meist zuhause sind, stiegen die Einbrüche in Kellerabteile um 10 Prozent. 

Quelle: Redaktion / lam