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Konferenz für Abrüstung: Nordkorea übernimmt Vorsitz

02. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Nordkorea hat begleitet vom Protest zahlreicher Länder turnusmäßig den Vorsitz der Konferenz für Abrüstung übernommen.

Rund 50 Mitgliedstaaten der bei der UN angesiedelten Konferenz äußerten am Donnerstag ihre Empörung darüber, dass das unberechenbare, nuklear bewaffnete Nordkorea für die nächsten drei Wochen den Vorsitz des wichtigsten multilateralen Abrüstungsforums der Welt übernehmen soll.

Kritik wegen Atomtests

Die USA, die Europäische Union, Großbritannien, Australien und Südkorea nutzten die Gelegenheit, um Pjöngjang wegen seiner zahlreichen Raketentests und der befürchteten Vorbereitung eines erneuten Atomtests zu kritisieren. "Wir sind weiterhin sehr besorgt über die rücksichtslosen Aktionen der Demokratischen Volksrepublik Korea, die den Wert der Abrüstungskonferenz ernsthaft untergraben", sagte die australische Botschafterin Amanda Gorely im Namen der Ländergruppe.

Nordkorea hatte zuletzt 2017 Atomwaffen getestet. Seit Anfang des Jahres hat das Militär eine ganze Reihe von Raketentests durchgeführt, darunter vermutlich mehrere Interkontinentalraketen. In der Erklärung stellvertretend für die Staatengruppe forderte die Australierin Gorely Nordkorea auf, "ein Moratorium für Nukleartestexplosionen einzuhalten".

Kritik "zur Kenntnis" genommen

Der nordkoreanische Botschafter Han Tae Song gab in seiner Funktion als Präsident der Konferenz wiederholt an, die kritischen Kommentare "zur Kenntnis" zu nehmen. Als er als Vertreter seines Landes das Wort ergriff, bestand er darauf, Nordkorea habe das Recht, sich gegen "Drohungen" der USA zu verteidigen, schließlich befinde sich das Land seit dem Waffenstillstand im Korea-Krieg 1953 offiziell noch im Krieg mit den USA.

Kein UN-Gremium

Die Abrüstungskonferenz ist kein UN-Gremium, tagt aber am UN-Hauptsitz in Genf. Das Forum kommt drei Mal im Jahr zusammen und setzt sich dabei für Rüstungskontroll- und Abrüstungsvereinbarungen ein. Ein wichtiger Fokus liegt auf der Beendigung des nuklearen Wettrüstens.

Quelle: Agenturen