APA - Austria Presse Agentur

Italien-Wahlen: Sozialdemokraten gestärkt, Fünf-Sterne-Bewegung verliert

04. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

Italiens Sozialdemokraten gehen gestärkt aus den Kommunalwahlen in 1.300 Gemeinden hervor. Die Demokratische Partei (PD), drittstärkste Partei im italienischen Parlament und in der Koalition um Premier Mario Draghi, setzte sich bei den Bürgermeisterwahlen in Mailand, Neapel und Bologna auf Anhieb mit ihren Kandidaten durch.

In Rom wurde Bürgermeisterin Virginia Raggi von der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung abgewählt. Es kommt zu einer Stichwahl zwischen dem sozialdemokratischen und dem Mitte-Rechts-Kandidaten. In Mailand war Bürgermeister Giuseppe Sala als Favorit gegen den Mitte-Rechts-Kandidaten Luca Bernardo ins Rennen gegangen. Sala eroberte 56 Prozent der Stimmen und ersparte sich damit eine Stichwahl in zwei Wochen. 

Im Bündnis behaupteten sich Sozialdemokraten und die populistische Fünf-Sterne-Bewegung in Neapel und in Bologna. In Triest zieht der Mitte-Rechts-Bürgermeister Roberto Dipiazza in die Stichwahl gegen den Mitte-Links-Kandidaten Francesco Russo.

Historisches Tief bei Wahlbeteiligung

Die Wahlen gelten als wichtiger Stimmungstest für Italiens Politik nach Ausbruch der Corona-Pandemie, die das Land vor allem während der ersten Welle hart traf. Zwölf Millionen Italiener waren dazu aufgerufen. Das entspricht circa einem Viertel der Wählerschaft. Gewählt wurde in 1.300 Gemeinden. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 59,7 Prozent. Sie war deutlich niedriger als 2016, als sich 65,9 Prozent der Wahlberechtigten beteiligten.

Am Sonntag und Montag fanden auch Nachwahlen in einem toskanischen Wahlkreis statt. Damit schaffte der amtierende Sozialdemokraten-Chef Enrico Letta den Sprung ins italienische Parlament. Der Expremier, der im März an die Spitze des Partito Democratico (PD) gewählt wurde, behauptete sich bei den Nachwahlen im toskanischen Wahlkreis mit den Städten Arezzo und Siena mit 43 Prozent der Stimmen, ging aus vorläufigen Ergebnissen hervor.

Etwa zwei Millionen Wähler waren zu den Regionalwahlen in Kalabrien aufgerufen. Vor genau einem Jahr war die Präsidentin der Region, die Forza Italia-Politikerin Jole Santelli, eine Vertraute von Expremier Silvio Berlusconis, im Alter von 51 Jahren an einer unheilbaren Krankheit gestorben. Seitdem wurde das Regionalparlament vom stellvertretenden Präsidenten der Region, Nino Spirlí, aus den Reihen der Lega geführt. Die Wahlen hätten bereits im vergangene April stattfinden sollen, sie wurden wegen der Pandemie jedoch auf Oktober verschoben.

Quelle: Agenturen