KlimaTicket: Gewessler verteidigt Vorgehen - VOR "verwundert"

18. Aug 2021 · Lesedauer 3 min

Verkehrsministerin Leonore Gewessler präsentierte am Mittwoch das österreichweite 1-2-3-Ticket, das nun KlimaTicket Now heißt. Zu Beginn sind aber nur sechs Bundesländer dabei. Warum dies so ist und weiteren offenen Fragen stellt sich Gewessler im PULS 24-Interview.

Mit dem KlimaTicket Now soll man in Österreich ab dem 26. Oktober um den Preis von 1.095 Euro mit allen Zügen im ganzen Land und den Öffis in sechs Bundesländern fahren können. Für "Early Birds" - der Vorverkauf startet bereits am 1. Oktober - gibt es einen Rabatt so dass das Ticket nur 949 Euro kostet. "Den Menschen, die was für den Klimaschutz tun, bleibt damit mehr Geld im Börserl", sagt Verkehrsministerin Leonore Gewessler im PULS 24 Interview.

VOR über Vorgehensweise verwundert

Wieso mit dem Burgenland, Wien und Niederösterreich die Ost-Region noch nicht Teil des Angebots ist, begründet Gewessler damit, dass man "schnell in Umsetzung" gehen wollte, um den Menschen Planungssicherheit zu geben. In Hinsicht auf eine Einigung mit dem Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) zeigt sich die Verkehrsministerin zuversichtlich. Sie wolle sich aber die "Zeit nehmen, mit allen zu einer guten Lösung zu kommen". 

Der Verkehrsbund zeigte sich in einer Aussendung über die Vorgehensweise Gewesslers verwundert. VOR-Geschäftsführerin Karin Zipperer sagte im PULS 24 Interview, dass das Startdatum für das KlimaTicket vom Ministerium nicht kommuniziert wurde. VOR stehe demnach hinter der Einführung des KlimaTickets. Deshalb habe man auch einen "maßgeschneiderten Vorschlag für die Ostregion entwickelt" und dem Ministerium vorgelegt. Dieses habe die Gespräche aber nicht weiter vorangetrieben. VOR kritisiert, dass der vorgesehene Finanzierungsbetrag zu gering sei und fordert "eine Lösung aus einem Guss"

Die Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Ost-Region (VOR), Karin Zipperer, im PULS 24 Interview.

Zipperer betonte, dass der Verkehrsbund nach wie vor gesprächsbereit sei. Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte die Umsetzung "sehr schnell" geschehen. Eine Umsetzung bis zum 26. Oktober hält sie aber für wenig realistisch. 

"Kein Kunde soll mehr zahlen, als er heute zahlt", brachte Zipperer eines der Hautpanliegen des Verkehrsbund auf den Punkt. Als Beispiel führte sie einen Burgendland-Pendler an, der in Wien arbeitet. Er fährt durch drei Bundesländer und müsste daher die "große" Variante des KlimaTickets kaufen. Hier brauche es ein eigenes Ticket für die Ost-Region.

Ticket in Ost-Region nicht gültig?

Laut dem Verkehrsbund wird das Ticket in der Ostregion nicht gelten. Diese Rechtsmeinung stellte das Verkehrsministerium umgehend in Abrede und verwies auf eine nun erlassene Verordnung zum Klimaschutzgesetz. "Selbstverständlich werden wir das Klimaticket Now in allen Zügen der ÖBB und somit auch in den S-Bahnen in der Ostregion anerkennen", betonte auch Bahnsprecher Bernhard Rieder auf Anfrage der APA. Diese Ansicht teilt auch der Leiter der ÖBB-Kommunikationsabteilung, Robert Lechner: "Mit Beginn der Gültigkeitsdauer ist das KlimaTicket in allen Zügen der ÖBB gültig".

Georg Hauger, Verkehrswissenschaftler an der TU Wien, spricht im Interview mit PULS 24 Anchorwoman Bianca Ambros über das 1-2-3-Ticket, das nun - zumindest in den meisten Bundesländern - ab Oktober starten soll.

Via Aussendung hatte der VOR zuvor die Meinung vertreten, dass das Klimaticket Now im VOR keine Gültigkeit im Regional- und Nahverkehr der ÖBB sowie auf Strecken der Wiener S-Bahnen, der Wiener Lokalbahnen, der Raaberbahn und der Niederösterreichbahn haben wird.

Pendler aus St. Pölten sparen 400 Euro

Auch ohne die Ost-Region sei das KlimaTicket NOW ein "super Angebot" für Pendler, meint Gewessler. Die Ministerin rechnet vor, dass sich ein Pendler ab Ende Oktober 400 Euro pro Jahr ersparen wird, wenn er ein KlimaTicket und eine Wiener Jahreskarte kaufe. Wenn Wien in das Ticket integriert werden sollte, steige diese Summe auf 765 Euro pro Jahr an.

Quelle: Redaktion / apb