Stau in San Fernando Valley, KalifornienAPA/AFP/Robyn Beck

Klimakrise: USA legte bei Emissionen im Jahr 2022 zu

10. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Die USA haben sich hohe Ziele gesteckt. Bis 2030 will das Land seine Emissionen halbieren. Nach der letzten Studie einer US-Denkfabrik scheint dieses Versprechen jedoch in weiter Ferne. Im vergangenen Jahr wurden sogar mehr klimaschädliche Treibhausgase ausgestoßen als 2021.

Im Vergleich zu 2021 sollen die Emissionen in den USA um 1,3 Prozent gestiegen sein, schätzt die US-Denkfarbik "Rhodium Group". Damit liegt der Ausstoß um 15,5 Prozent unter dem Niveau von 2005. Ende vergangenen Jahres warnte US-Präsident Joe Biden bei der Weltklimakonferenz in Scharm El-Scheich vor einer existenzgefährdenden Erderhitzung. Er versprach, dass Amerika seine Klimaziele bis 2030 erreichen werde. 

Ein Lichtblick ist, dass der Anstieg der Emissionen im Jahr 2022 zumindest abflachte. Ein Jahr zuvor war der Ausstoß noch um 6,5 Prozent gewachsen. Einen Einbruch von 10,6 Prozent konnte man im ersten Corona-Pandemiejahr 2020 wegen der Rezession verzeichnen.

Emissionsanstieg verlangsamt

Die Forscher:innen fanden heraus, dass die Emissionen im vergangenen Jahr langsamer gewachsen seien als die Wirtschaft. Zurückzuführen lässt sich das auf den Rückgang der Emissionen im Stromsektor. Laut der Studie werde Kohle nämlich zunehmend von Gas und erneuerbare Energien verdrängt. Einen Anstieg des Ausstoßes gab es jedoch im Gebäudesektor. Aufgrund des erhöhten Heizbedarfs wegen der unterdurchschnittlichen Wintertemperaturen wurde ein Plus von sechs Prozent registriert.

"Aggressivere Maßnahmen erforderlich"

Die weltgrößten Volkswirtschaft können das Ruder allerdings noch herumreißen, indem es die Umsetzung des Inflation Reduction Act (IRA) beschleunigt, so das Thinktank. Das Gesetz sieht Steueranreize für Elektroautos und erneuerbare Energien sowie hohe klimarelevante Ausgaben vor. Eine frühere Studie deutete darauf hin, dass dies die Emissionen bis 2030 um bis zu 44 % im Vergleich zu den Werten von 2005 reduzieren könnte. Der IRA reiche laut Analyse alleine jedoch nicht aus. Es seien "aggressivere Maßnahmen erforderlich, um die Lücke bis 2030 vollständig auf 50 bis 52 Prozent zu schließen". 

Quelle: Redaktion / poz