Entscheidung fix
Kern sagt ab: Er kandidiert nicht für den SPÖ-Vorsitz
Das gab Kern am Mittwochnachmittag in einem Posting auf Facebook bekannt. Als Begründung gab er unter anderem an, dass vertrauliche Gesprächsinhalte an Medien weitergegeben wurden.
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"Ich habe kein Interesse an einer fortgesetzten Führungsdiskussion in der SPÖ und werde auch am Parteitag nicht kandidieren", schloss er seinen Eintrag.
Dass er sich bei einem Antreten gute Chancen ausgerechnet hätte, lässt sich aus Kerns Statement durchaus herauslesen. "Mehrheiten auf Parteitagen zu organisieren, ist vermutlich keine große Sache", meinte er darin," die Mehrheit in den Köpfen der Bevölkerung herzustellen, hingegen die viel Unbequemere. Dem wird sich die SPÖ nicht entziehen können, will sie weiter als politisch relevante Kraft erhalten bleiben."
"Regierungsteam ist kompetent"
Er bestätigte auch, dass in den vergangenen Tagen viele Gespräche geführt worden seien: "Mein Resümee ist, dass es die beste Option ist, die Arbeit der Bundesregierung konstruktiv zu unterstützen."
Denn: "Das Regierungsteam ist kompetent und der Umstand, dass Inflation und Wirtschaftsklima in ganz Europa am Weg der Erholung sind, ist eine Chance." In Ländern und Gemeinden verfüge die SPÖ über exzellente Persönlichkeiten.
"Für die SPÖ bleibt die Aufgabe, ein gemeinsames Zukunftsbild zu entwickeln", meinte Kern weiter: "Wichtig ist, die Lebensverhältnisse für die Menschen in unserem Land konsequent und langfristig zu verbessern."
Fühlt sich an Wahlkampf 2017 erinnert
Doch auch Kritik ließ der frühere Parteichef und Bundeskanzler durchblicken: "Ich habe seit Beginn der Führungsdebatte nach anfänglichem deutlichem Dementi bewusst keinen Kontakt mehr zu Journalisten unterhalten.
Dennoch waren die Medien voll über Motive und Pläne, die ich (angeblich) verfolge. Gesprächsinhalte, die Stunden, nachdem man auseinanderging, absichtsvoll der Presse zugesteckt werden, haben mich an den Wahlkampf 2017 und an die Zeit danach erinnert. Ich habe diese Indiskretionen als Bestätigung meiner Befürchtungen empfunden und als Ausdruck, dass es am nötigen Konsens fehlt."
Kern war von Mai 2016 bis Dezember 2017 Bundeskanzler in einer großen Koalition mit der ÖVP sowie von 2016 bis 2018 - nach verlorener Nationalratswahl - Obmann der SPÖ.
In den vergangenen Wochen war immer wieder über eine neuerliche Kandidatur Kerns spekuliert worden. Bisher ist Babler der einzige Vorsitzkandidat. Am Freitag tagen allerdings noch die Parteigremien der SPÖ. Diese böten de facto die letzte Chance, einen Gegenkandidaten zu Babler zu nominieren.
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Zusammenfassung
- Christian Kern hat am Mittwochnachmittag bekanntgegeben, dass er beim SPÖ-Parteitag am 7. März nicht für den Parteivorsitz kandidieren wird.
- Als Grund nannte Kern unter anderem, dass vertrauliche Gesprächsinhalte an Medien weitergegeben wurden und er kein Interesse an einer weiteren Führungsdiskussion in der SPÖ habe.
- Derzeit ist Andreas Babler der einzige Kandidat für den Vorsitz, die Parteigremien tagen am Freitag und bieten die letzte Möglichkeit für einen Gegenkandidaten.
