U-Auschuss: Skurrile Glock-Befragung bringt kaum Neues

12. Jan 2021 · Lesedauer 4 min

Kathrin Glock, Frau des Waffenproduzenten Gaston Glock, wurde am Dienstag im Ibiza-U-Ausschuss befragt. Unter anderem ging es um ihre Bestellung in den Austro-Control-Aufsichtsrat durch Ex-Verkehrsminister Norbert Hofer.

Kathrin Glock hat am Dienstag im Ibiza-U-Ausschuss zur mutmaßlichen Käuflichkeit der türkis-blauen Regierung ausgesagt. Die Befragung gestaltete sich zum Großteil skurril, was unter anderem auch daran lag, dass die Frau des Waffenproduzenten Gaston Glock wegen von ihr geäußerten Befürchtungen einer Corona-Ansteckung in einem separaten Raum befragt wurde. Wegen der Videoübertragung gab es Verständnisschwierigkeiten. Auch mit Glocks Art hatten die Abgeordneten zu kämpfen.
 

Keine Wiederholungsfragen wegen "langem Heimweg"

In ihrer einleitenden Stellungnahme zeigte Glock wenig Verständnis ob ihrer Vorladung, und dass ihr "in Zeiten der Pandemie" nicht die Möglichkeit eingeräumt worden sei, am Ende des U-Ausschusses auszusagen. Ihr sei es immer darum gegangen, ihren Mann vor einer Erkrankung zu schützen. Zudem habe sie von Anfang an angeboten, ihre Aussage von Kärnten aus über Skype zu machen.

Glock, deren Mann als vermeintlicher Parteispender von Strache im Video genannt wurde, betonte, dass alle strafrechtlich relevanten Vorwürfe von der WKStA geprüft worden seien und dass sie Fragen, die ihr ein strafrechtlich relevantes Verhalten unterstellten, nicht beantworten werde.

Auch erklärte sie zu Beginn, dass sie darauf bestehen werde, dass regelmäßig gelüftet wird, also werde es Unterbrechungen im 20 Minuten-Rhythmus geben, bereitete sie den U-Ausschuss vor. Immer wieder desinfizierte sich Glock demonstrativ die Hände, wechselte ihre Maske und bat um Pausen. Sie beanstandete oft die Fragen der Abgeordneten und weigerte sich generell, diese zu beantworten. Sie lasse sich nicht wie ein "Schulmädchen" behandeln. Außerdem habe sie einen "langen Heimweg" vor sich, daher bat sie die Abgeordneten, von wiederholenden Fragen abzusehen.

Bestellung zu Austro-Control-Aufsichtsrätin

Zur Bestellung zur Aufsichtsrätin der Austro Control durch den damaligen Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) meinte Glock, dass Hofer sie zwei Monate vor der Bestellung angerufen und gefragt habe. Daraufhin habe sie sich "Bedenkzeit" erbeten und ihre "zeitliche Ressourcen" geprüft, denn sie sei Geschäftsführerin von sieben Gesellschaften. Schließlich habe sie Hofer aber zugesagt.

Hofer habe sie das erste Mal 2016 im Zuge eines Tierheimbesuchs in Villach getroffen, so Glock, die anmerkte: "Villach liegt in Kärnten". Zudem habe es auch Privatbesuche Hofers in Velden gegeben, so "zwei bis dreimal". Auch der ehemalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache sei "bei unseren Reitturnieren" zu Gast gewesen, so wie die ehemalige Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ), erklärte Glock. Sie wies aber darauf hin, dass dabei immer Eintrittsgeld bezahlt worden sei, und dieses sei dann immer für karitative Zwecke gespendet worden. Aus den Medien kenne man nur "die halben Wahrheiten", sie sei aber nun hier, "um aufzuklären", betonte sie.

Auf die Frage, ob auch andere Politiker als Freiheitliche zu Gast gewesen seien, führte Glock etwa den Villacher Bürgermeister an, ohne dessen Namen zu nennen. Genau könne sie sich aber nicht mehr erinnern, denn bei den Veranstaltungen seien immer über 500 Gäste geladen gewesen. "Ich begrüße bei einem Turnier täglich 500." Zudem habe sie den Ablauf der Veranstaltungen über. Leichter würde sie sich tun, wenn man sie danach fragte, ob der Schauspieler John Travolta anwesend gewesen sei. Dass Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) einmal dabei war, könne sie aber jedenfalls ausschließen.

Strache fragte um Parteispende

Glock bestätigte auch, dass Strache bei ihr um eine Parteispende angefragt habe, aber: "Ich habe nicht darauf geantwortet." Stattdessen sei die Nachricht an den Anwalt des Unternehmens weitergeleitet worden. Spenden an Parteien oder parteinahe Vereine habe es aber nie gegeben. Strache habe auch im Vorfeld der Veröffentlichung des Ibiza-Videos angerufen und gemeint, es gehe um eine Intrige, eine Finca und Ibiza, erläuterte sie. Danach habe es keinen Kontakt mehr zum ehemaligen Vizekanzler und FPÖ-Chef gegeben.

Quelle: Agenturen