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Katalanische Separatistenführer könnten in Hausarrest

31. März 2020 · Lesedauer 2 min

Die Corona-Krise in Spanien hat aller Voraussicht nach auch Auswirkungen auf die zu langjährigen Haftstrafen verurteilten Separatistenführer aus Katalonien. Das Justizministerium der Region schlug am Dienstag vor, dass zahlreiche Häftlinge - darunter auch die neun Politiker und Aktivisten - die Zeit der landesweiten Ausgangssperre in ihren Häusern verbringen könnten.

Die Corona-Krise in Spanien hat aller Voraussicht nach auch Auswirkungen auf die zu langjährigen Haftstrafen verurteilten Separatistenführer aus Katalonien. Das Justizministerium der Region schlug am Dienstag vor, dass zahlreiche Häftlinge - darunter auch die neun Politiker und Aktivisten - die Zeit der landesweiten Ausgangssperre in ihren Häusern verbringen könnten.

Es handle sich um eine "außergewöhnliche Maßnahme in einem noch nie da gewesenen Notstand", so das Ministerium. Das letzte Wort hätten aber die Haftanstalten selber, hieß es.

Die Behörden wollen mit der Maßnahme inmitten der Krise die Zahl der Haftinsassen deutlich reduzieren, um die von Gesundheitsexperten geforderte soziale Distanz zu gewährleisten. Die spanische Regierung hatte die seit Mitte März geltenden Ausgangsbeschränkungen für die Bevölkerung bis zum 11. April verlängert. Spanien ist in Europa eines der am heftigsten betroffenen Länder.

Die Separatistenführer, darunter der zu 13 Jahren Haft verurteilte ehemalige Vize-Regionalchef Oriol Junqueras, waren im vergangenen Herbst im Zuge des verbotenen Unabhängigkeitsreferendums von 2017 unter anderem wegen Aufruhrs schuldig gesprochen worden. Jedoch wäre es für die meisten von ihnen nicht das erste Mal, dass sie das Gefängnis verlassen: Bereits im Februar hatten einige der Verurteilten teilweisen Freigang gewährt bekommen, um zu arbeiten, eine Freiwilligentätigkeit auszuüben oder sich um Familienangehörige zu kümmern.

Quelle: Agenturen