Nehammer: Putin hat "immer weniger Handlungsspielraum"

22. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Lage im Ukraine-Krieg hält Kanzler Nehammer im PULS 24 Interview für "sehr gefährlich". Der russische Machthaber Wladimir Putin würde seinen eigenen Handlungsspielraum durch seine Eskalation immer mehr einschränken. Der Westen müsse "klare Kante" zeigen, aber auch Gespräche ermöglichen.

Dass Russlands Präsident Wladimir Putin die Teilmobilisierung des Militärs verkündete, sei "sehr gefährlich", sagt Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Rande der UNO-Generalversammlung in New York im Interview mit PULS 24 Chefredakteur Stefan Kaltenbrunner. Putin setze sich "immer weniger Handlungsspielraum". "Es zeigt, dass der Krieg in eine neue Dimension eintritt."

"Klare Kante" und Gesprächsbereitschaft

Der Westen müsse "klare Kante" zeigen, fordert der Kanzler. Es sei nicht zulässig, dass das Völkerrecht gebrochen werde. Es brauche aber auch das gemeinsame Bemühen, wieder Gesprächskanäle zu öffnen. Die Vereinten Nationen seien als Begegnungsort zwischen "Aggressor und Opfer" gerade jetzt besonders wichtig.

"Dritter Weltkrieg" droht

"Umso länger dieser Krieg dauert, umso größer ist die Gefahr, dass daraus ein großer Krieg wird und im schlimmsten aller Fälle ein dritter Weltkrieg", meint Nehammer. Die EU und die Nationalstaaten müssten alle Möglichkeiten nutzen, den Krieg zu beenden.

Die "Verhaltensänderung" des russischen Präsidenten würde laut Nehammer zeigen, dass die Sanktionen wirken. Er mahnte aber auch zur Geduld.

Auch bei schwierigen Problemen gebe es Lösungen für Einzelprobleme, ist sich der Kanzler sicher. Ein Beispiel dafür sei der erfolgreiche Weizenexport über den Hafen von Odessa.

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam