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Karl Mahrer folgt Gernot Blümel als Chef der Wiener ÖVP

Die Wiener ÖVP hat am Freitagabend einen neuen - geschäftsführenden - Obmann gewählt: Der frühere Landespolizeikommandant und nunmehrige ÖVP-Nationalratsabgeordnete Karl Mahrer (66) folgt auf Gernot Blümel.

Mahrer wurde im Zuge von Sitzungen der Parteigremien am Abend einstimmig gewählt, teilte die Partei mit.

Die Wiener Volkspartei musste sich einen neuen Chef suchen, da Blümel nach dem endgültigen Abgang von Ex-Kanzler Sebastian Kurz und dem Rücktritt von Bundeskanzler Alexander Schallenberg ebenfalls das Handtuch geworfen hat. Er stand seit 2015 an der Spitze der Landespartei. Mahrer ist nun der insgesamt 19. Wiener ÖVP-Obmann seit 1945.

Blümel holte Partei aus Tief

Blümel hat die Partei 2015 nach einem desaströsen, einstelligen Wahlergebnis übernommen. Bei der Wien-Wahl 2020 konnte die türkise Landespartei wieder knapp die 20-Prozent-Marke überspringen. Gerüchte, dass sein Abgang bevorstehen könnte, gab es schon länger. Blümel hat diese stets vehement bestritten. Noch Ende Oktober hatte er zu einer "Wien Rede" ins Schottenstift geladen, um an den Wahlerfolg im Vorjahr zu erinnern.

Die Wiener FPÖ kommentierte die Rochade umgehend mit Hohn: "Dass die Wahl ausgerechnet auf Karl Mahrer fällt, zeigt, wie dünn die Personaldecke der Türkisen in Wien ist", befand der Wiener FPÖ-Obmann Dominik Nepp. Mahrer sei die "denkbar schlechteste Wahl", zeigte er sich überzeugt.

Mit der FPÖ lag Mahrer zuletzt im Clinch. FPÖ-Chef Herbert Kickl warf er vor, sich durch Auftritten bei Demos "zum Rädelsführer der hartgesottenen Corona-Leugner" ernannt zu haben. Mahrer attestierte Kickl eine "abscheuliche Rhetorik".

ribbon Zusammenfassung
  • Die Wiener ÖVP hat am Freitagabend einen neuen - geschäftsführenden - Obmann gewählt: Der frühere Landespolizeikommandant und nunmehrige ÖVP-Nationalratsabgeordnete Karl Mahrer (66) folgt auf Gernot Blümel.
  • Mahrer wurde im Zuge von Sitzungen der Parteigremien am Abend einstimmig gewählt, teilte die Partei mit.
  • Die Wiener Volkspartei musste sich einen neuen Chef suchen, da Blümel nach dem endgültigen Abgang von Ex-Kanzler Sebastian Kurz und dem Rücktritt von Bundeskanzler Alexander Schallenberg ebenfalls das Handtuch geworfen hat.