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Italien-Wahl: Kandidat von Meloni-Partei wegen Hitler-Lob suspendiert

20. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Rechtsaußenpartei Fratelli d'Italia (FdI/Brüder Italiens), die als Favoritin bei der italienischen Parlamentswahl am Sonntag gilt, hat am Dienstag einen ihrer Kandidaten suspendiert, nachdem bekannt wurde, dass dieser in Online-Postings Adolf Hitler gelobt hatte.

Die Zeitung "La Repubblica" veröffentlichte diese Woche einen Facebook-Kommentar, den der FdI-Kandidat Calogero Pisano vor acht Jahren gepostet und in dem er Hitler als "großen Staatsmann" begrüßt hatte.

Proteste in jüdischer Gemeinschaft

Der Post führte zu Protesten in der jüdischen Gemeinschaft. "Die Vorstellung, dass Personen, die Hitler loben, im neuen Parlament sitzen werden, ist inakzeptabel", schrieb Ruth Dureghello, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Rom, auf Twitter.

Mit sofortiger Wirkung suspendiert

Als Reaktion auf die Kontroverse erklärte die Partei der Postfaschistin Giorgia Meloni, sie würde Pisano mit sofortiger Wirkung suspendieren. "Von diesem Moment an repräsentiert Pisano die Partei auf keiner Ebene mehr", hieß es in einer Erklärung. Pisano selbst entschuldigte sich. "Vor Jahren habe ich Dinge geschrieben, die zutiefst falsch waren", meinte er auf Facebook und fügte hinzu, dass er die Beiträge schon vor einiger Zeit entfernt habe.

Die Fratelli d'Italia gehen auf die neofaschistische Partei Movimento Sociale Italiano (MSI) zurück, die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde. Die Parteivorsitzende Giorgia Meloni, die Italiens nächste Ministerpräsidentin werden könnte, hat sich von den Rechtsextremen distanziert und erklärt, ihre Partei sei konservativ. Kritiker behaupten jedoch, dass sich in den Reihen der Partei immer noch Sympathisanten des Faschismus befinden.

Umfragen zufolge könnte Melonis Partei aus der Wahl am Sonntag als größte Einzelpartei hervorgehen. Die Fratelli d'Italia befinden sich in einem Bündnis mit der Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini und der Forza Italia von Ex-Premier Silvio Berlusconi.

Quelle: Agenturen / ddj