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Israels Armee: "Mehrere Terroristen" im Gazastreifen getötet

24. Jan. 2026 · Lesedauer 3 min

Israels Militär hat am Samstag mehrere Palästinenser im Gazastreifen getötet. Laut Armee wurden im nördlichen Teil "Terroristen" identifiziert, die hinter der sogenannten gelben Linie eine Sprengladung anbrachten. Sie hätten eine "unmittelbare Bedrohung" dargestellt und seien von der Luftwaffe "eliminiert" worden. Unterdessen trafen US-Gesandte in Israel ein, um mit Premier Benjamin Netanyahu das mit dem Bau von Badeorten verbundene Projekt "Neues Gaza" zu besprechen.

Die Angaben der Armee bezüglich der Eliminierung von Terroristen ließen sich am Samstag nicht unabhängig überprüfen. Israel hat die sogenannte gelbe Linie zur neuen Grenze zum Gazastreifen erklärt. Die Linie markiert die Rückzugsposition der israelischen Armee im Rahmen der Waffenruhe mit der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas. Sie ist durch gelb markierte Betonelemente und Schilder gekennzeichnet.

Die US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff wollen indes bei einem Treffen mit Regierungschef Netanyahu am Samstag über die "richtigen nächsten Schritte" beraten. Es gehe dabei darum die Waffenruhe zu erhalten und diese "in einen langfristigen und anhaltenden Frieden in Gaza zu verwandeln", hieß es aus US-Regierungskreisen.

Ein weiteres Thema soll die Rückgabe der sterblichen Überreste der letzten israelischen Geisel im Gazastreifen sein, wie israelische Medien berichteten. Die Leiche von Ran Gvili ist die letzte, die noch im Gazastreifen festgehalten wird. Die Angehörigen des israelischen Polizisten forderten Netanyahu dazu auf, gegenüber Kushner und Witkoff deutlich zu machen, dass die Rückführung von Gvilis Leiche die Voraussetzung für die Wiederherstellung von Frieden im Gazastreifen sei.

Witkoff hatte der Hamas bereits zuvor mit "schwerwiegenden Folgen" gedroht, sollte sie den Leichnam nicht freigeben. Die radikale Palästinenserorganisation und verbündete Milizen hatten bei ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 mehr als 1.200 Menschen getötet und 251 Menschen in den Gazastreifen verschleppt.

Trumps 20-Punkte-Plan sieht Entwaffnung der Hamas vor

Die USA hatten in der vergangenen Woche den Beginn der zweiten Phase der Gaza-Waffenruhe bekanntgegeben. Diese sieht vor, dass Israel seine Stellungen im Gazastreifen räumt, eine Übergangsverwaltung im Gazastreifen eingerichtet wird und eine internationale Stabilisierungstruppe in dem Gebiet stationiert wird. Voraussetzung dafür ist laut des 20-Punkte-Plans von US-Präsident Donald Trump allerdings die Entwaffnung der Hamas - was diese strikt ablehnt.

Trump und sein Schwiegersohn Kushner stellten in dieser Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos ihre Vision für den Wiederaufbau des Gazastreifens vor. Kushner zeigte Entwürfe für das "Neue Gaza" mit Wohngebieten mit Hochhäusern. Durch das Bauprojekt könne der Gazastreifen zum "Reiseziel" werden, sagte Kushner.

Der schmale Küstenstreifen ist nach dem zweijährigen Krieg zwischen der Hamas und Israel fast vollständig zerstört. Dennoch rechnet Kushner nach eigenen Angaben mit einer Bauzeit von nur drei Jahren. Um Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen wieder aufzubauen, seien Investitionen in Höhe von 25 Milliarden Dollar erforderlich. Die UN-Organisation für Handel und Entwicklung (UNCTAD) schätzte die Kosten für den Wiederaufbau im November auf 70 Milliarden Dollar. Sie geht zudem davon aus, dass der Wiederaufbau Jahrzehnte braucht.

Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel. Beide Seiten werfen sich jedoch immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor.

Zusammenfassung
  • Israels Armee hat am Samstag im nördlichen Gazastreifen mehrere Palästinenser getötet, die laut Militär als "Terroristen" eine unmittelbare Bedrohung dargestellt und eine Sprengladung hinter der gelben Linie angebracht haben sollen.
  • Die UNCTAD schätzt die Kosten für den Wiederaufbau des fast vollständig zerstörten Gazastreifens auf 70 Milliarden Dollar und geht von einem Zeitraum von Jahrzehnten aus, während seit dem 10. Oktober eine fragile Waffenruhe herrscht.