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Israelische Polizisten erschossen einen Palästinenser

23. Juni 2020 · Lesedauer 2 min

Israelische Sicherheitskräfte haben im besetzten Westjordanland einen Palästinenser erschossen, der an einem Kontrollpunkt mit einem Auto auf sie zugefahren war. Der Mann sei an dem Kontrollpunkt in Abu Dis östlich von Jerusalem "schnell" auf eine Grenzpolizistin zugefahren und erschossen worden, erklärte der israelische Polizeisprecher Micky Rosenfeld am Dienstag.

Israelische Sicherheitskräfte haben im besetzten Westjordanland einen Palästinenser erschossen, der an einem Kontrollpunkt mit einem Auto auf sie zugefahren war. Der Mann sei an dem Kontrollpunkt in Abu Dis östlich von Jerusalem "schnell" auf eine Grenzpolizistin zugefahren und erschossen worden, erklärte der israelische Polizeisprecher Micky Rosenfeld am Dienstag.

Die Beamtin wurde den Angaben zufolge leicht verletzt. Bei dem getöteten Palästinenser handelte es sich nach palästinensischen Angaben um einen Neffen des Generalsekretärs der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erakat. Der langjährige Nahost-Unterhändler der Palästinenser sagte, es sei "ausgeschlossen", dass sein Neffe Ahmed Erakat an dem Kontrollpunkt einen Anschlagsversuch unternommen habe. Der 27-Jährige habe Ende der Woche heiraten wollen.

In Abu Dis warfen protestierende Palästinenser am Abend Steine auf israelische Soldaten. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstranten ein, wie AFP-Journalisten berichteten.

Der Vorfall in Abu Dis ereignete sich rund einen Monat nachdem ein Palästinenser im Westjordanland erschossen worden war, der mit seinem Auto auf eine Gruppe israelischer Soldaten zusteuerte. Während die Zukunft des Nahost-Friedensprozesses auf der Kippe steht, haben die Angriffe von Palästinensern auf israelische Sicherheitskräfte in jüngster Zeit wieder zu genommen.

Die neue israelische Einheitsregierung will ab dem 1. Juli ihre weitere Strategie zu den Annexionsplänen vorstellen, die Teil des umstrittenen Nahost-Plans von US-Präsident Donald Trump sind und auch das strategisch wichtige Jordantal umfassen. Die Annexionspläne sorgen international für Kritik. Viele fürchten, dass ein solcher Schritt eine neue Welle der Gewalt auslöst.

Quelle: Agenturen